Nachdem die 5-Mann-Metal-„Boygroup“ Bellgrave aus dem Großraum Berlin den Demo-Contest des Rock Hard-Magazins gewann, spielten sie zunächst als Supportact für die nicht unbedeutenden Bolt Thrower, Sentenced, Poer Of Expression und The Varukers. Kurz darauf nahmen sie ihr erstes Album "Hard Blues" ( 2000 erschienen) auf, um nun, ganze vier Jahre, einen ausgewechselten Drummer und einen neuen Gitarristen später, ihr zweites Album vorzulegen. "My Soul Is My Gun" nennt sich die neue Scheibe und hat musikalisch deutlich mehr Metaleinflüsse als ihr Vorgänger zu bieten. Doch wer glaubt, in ihr ein neues Stück zum Headbangen und ordentlichen Pogen gefunden zu haben, der irrt. Die neue Bellgrave kommt für eine Metalscheibe doch recht zahm daher und ist nur was für die nicht ganz so anspruchsvollen Metaller. Auf dem gesamten Album sind einfach gehaltene Kompositionen mit rockig-metalligen Gitarrenriffs (ab und zu auch punkigen Elementen), die ins Ohr, aber leider nicht in die Arme und Beine gehen. Der überwiegende Teil der Tracks lädt mit vielversprechenden Anfängen zum Hören ein, doch sobald Danny mit den Vocs anfängt, wird man den Eindruck einer Schulband nicht los. Seine zu kraftlose Stimme, die die Energie der Musik unterstützen sollte, nimmt ihr eben genau diese. In "A Place For Sale" wurde ein wirklich nettes Gitarrensolo eingebaut, das von Können zeugt. In Einklang mit seinem Instrument scheint auch Basser Rico zu sein, denn dieses stellt er bei "Coma-State" gut zur Schau. Alles in Allem ist das Einzige, was wirklich auffällt, dass die ja nicht mehr ganz so junge Band ihren persönlichen Stil noch nicht gefunden hat und dadurch leider auch ihren Wiedererkennungswert einbüßt.