Es gibt Bands, die einfach nicht totzukriegen sind. Neben den ewigen Dauerbrennern Unleashed, die kürzlich mit "Sworn Allegiance" ein recht amtliches Death-Metal-Album vorgelegt haben, sind nun mit Grave die nächsten Todesblei-Schweden am Start. Vom Anbeginn des Death Metal sind die Mannen um Ola Lindgren dabei, haben mit "Into The Grave" einen Genreklassiker abgeliefert, und versuchen nun 8 Jahre nach dem letzten regulären Studioalbum "Hating Life" mit "Fiendish Regression" an alte Zeiten anzuknüpfen. Optisch und soundtechnisch hat man neue Ufer betreten, hat den Marduk-Coverdesigner Wisniewski für sich gewonnen und ist vom Sunlight-Studio ins moderne Abyss-Studio gewechselt, so daß auf "Fiendish Regression" Peter Tägtren die Hände an den Soundhebeln hatte. Dabei herausgekommen ist ein passables Stück Schwedentod, das herausragend produziert ist, dem allerdings die nötige Originalität fehlt. Auf den neun Songs gibt es insgesamt maximal fünf verschiedene Riffs, alles wiederholt sich, stampfender Midtempo, fast permanent gleich. Wird es hier und da, z.B. bei "Heretic", auch mal schneller - Grave haben immer noch dasselbe Problem wie früher. Sie sind höchstens solide Songschreiber. Desweiteren ist in der heutigen Zeit ein reguläres Album mit neun Songs und 39 Minuten Spielzeit einfach viel zu wenig, um den Todesfan hinter dem Höllenofen hervorzuholen. Zwar wird auf der limitierten Erstausgabe noch mit zwei weiteren Songs nachgelegt, aber eine Neuaufnahme eines Demosongs sowie eine St.Vitus-Coverversion kann man nicht wirklich als herausragende Verbesserung akzeptieren. Es gibt mittlerweile so viele innovative, brutale Bands, daß das Geboller auf "Fiendish Aggression" zwar schön retromäßig, aber dadurch auch furchtbar angestaubt herüber kommt. Der Opener "Last Journey" ist recht anhörbar, macht Hoffnung auf mehr; diese allerdings schwindet beim Hören immer weiter dahin, bis man feststellt, daß der Opener der beste Track ist, und das ja wohl eindeutig zu wenig ist. Grave machen immer noch das, was sie können, nicht weniger, aber ganz bestimmt auch nicht mehr. Für Komplettisten allemal empfehlenswert.