Vergessen wir mal die angebliche seltsame Bandgeschichte, nach der eine Helsinkier Rockband einen Typen traf, der ihnen gesagt hat, wie, wann, wo und warum man Musik macht, die Band unter Anleitung dieses Menschen ein Album mit dem Titel Starbringer aufnahm, und dann plötzlich, wie Keyser Soze in "Die Üblichen Verdächtigen" - einfach so-ist er weg. Danach nannte sich die Band nach diesem Mann, der Blake hieß. Was auch immer an einer solchen Geschichte dran ist, gelohnt hat es sich zumindest, um Interesse zu wecken. Blake hat als Mensch seine Sache gut gemacht. Er hing also in der Eckkneipe mit seinen Kumpels rum, hat ihnen gesagt, so Freunde, macht mal. Ich sag Euch, Du- er deutet auf den Sänger - singst, als wärst Du der kleine Bruder von Glenn Danzig. Dann dreht er sich um, deutet auf den Drummer und sagt: Du. Deine Drums sollen klingen wie die von Lars Ullrich auf St.Anger. Schließlich hatte er ein paar Bier zuviel intus, weshalb er keine Vergleiche für die Gitarristen mehr auf Lager hatte. Deshalb sagte er: Spielt einfach dreckigen Metal'n'Roll. Für mich. Für Euch. Für alle. Die Jungs haben das gemacht, Songs geschrieben, zwischen dreckigem US-Rock, angegrufteten Grungesounds und klassischer finnischer Metalszene. "Circles Of Light" ragt mit seinem Ohrwurm-Refrain heraus, auch "Son Of Fire" haut richtig überzeugend melodisch in die Danzig-Kerbe. Rausgekommen ist insgesamt ein Album, was man dem Mastermind Blake dann präsentieren wollte. Blake allerdings war weg, und ward nicht mehr gesehen. Wer ist Paul? Nein. Wer ist Blake? Schon eher. Möglicherweise ist Blake ein Rockgeist. Oder eine Inspiration. Oder die Geschichte ist doch wahr. Eigentlich ist das aber auch vollkommen egal. Auch wenn die Band es nötig gehabt hätte, südamerikanische Schmetterlingsraupen zu rauchen oder sich gegenseitig brennend heißen Wüstensand über die Brustwarzen rieseln zu lassen - zählen tut nur das, was hinten raus kommt. Im Falle von Blake ist das Danzig-mäßiger Rockmetal von sehr guter Qualität, aber ohne den ganz großen Originalitätsfaktor.