Ursprünglich waren Baby Grace ein reines Studioprojekt des Songwriterduos Deutsch/Palm, doch die Zeiten sind vorbei. Mehr Musiker kamen hinzu, gemeinsam haben sie jetzt ihr neues Album vollendet. "The Divine Principle Of Dancecore" ist eine sehr abwechslungsreiche Scheibe. Die Band aus Aachen vereint auf geniale Art und Weise Hardrock-Gitarrensound mit satten Drum and Bass-Lines, epische Synthie-Klängen und der wunderschönen rauchig-souligen Stimme der Sängerin Julita Elmas. Der Opener "Public Purgatory" lässt zunächst ein waschechtes Dance-Album vermuten. Doch weit gefehlt. Nach dem sphärische Keyboardintro wird ordentlich losgerockt – wenn man vergleichen wollte, läge der Song irgendwo zwischen der frühen Alanis Morisette, Melissa Auf der Maur und den unvergessenen 4 Non Blondes. Doch das erscheint eigentlich überflüssig, hat Julitas Stimme doch eine ganz eigene Note. "God Is" beginnt dann wieder sehr keyboardlastig, wird aber bald zu einem melodischen Rocktrack mit teils gesprochenen Lyrics. Die drei, "The Chosen Ones" ist ihrem Vorgänger musikalisch sehr ähnlich, wenn auch eine Spur härter. Ein Höhepunkt des Albums ist der vierte Track "Inverted Inquisition", harter Sound, eine laute, ausdrucksstarke Stimme, die zuweilen wütend wirkt – inhaltlich geht es um den verlorenen Glauben an Gott. Es folgt das "Trouble Kid", eine ruhige, emotionale Ballade voller Schwermut, aber mit eingängig schönen Melodien. "Gemini" ist daraufhin ein weiterer ruhiger Song, vom Klangbett her fast schon an die guten alten Pink Floyd erinnernd. "P.O.W." rockt dann anfangs ordentlich rotzig, ruhige und flotte Passagen wechseln im weiteren Verlauf des Songs einander ab. Spätestens beim nächsten Song ("Unreproachful Giver") fangen die doch irgendwie immer etwas ähnlichen Keyboardintros ein wenig an zu nerven – der Rest des Stücks überzeugt nicht wirklich. "Killing Gods" hat dann auch prompt endlich mal kein Synthie-Intro sondern rockt von Anfang an. Ein sehr stakkatolastiger Song folgt, in den mystische Hintergrundvocals von Claudia Hernández eingemischt werden, die leider aber nicht wirklich zum Rest des Tracks passen. Der letzte Track "Time Of The Beggars" rundet das Album gut ab, ein weiteres Rockstück mit groovigem Sound. Schliesslich folgt bei Minute zwölf noch ein sehr interessanter Hidden Track... Am Ende bildet sich im Kopf das Gesamtbild eines durchaus guten Albums mit mehr Höhen als Tiefen – für Freunde des etwas experimentelleren Rocks mit Sicherheit das Richtige. Prädikat: Empfehlenswert!