Boxhamsters hat nichts mit kleinen süßen Nagern zu tun, die man in kurzen Hosen gekleidet und denen man niedliche kleine Handschühchen verpasst hat. Nein, auch wenn man bestimmt Ausrufe wie: "Auch wie süß!", ernten würde. Die Boxhamsters ziehen bereits seit sechszehn Jahren ihre Kreise und haben dabei alle deutschsprachigen Kommerzwellen grandios verpasst. Aber was solls, anscheinend kann man auch ohne mediale Präsenz über eine Dekade lang gut leben und musizieren. Man darf den Boxhamstern dann auch ohne rotzuwerden zugestehen, dass sie sich auf ihrem neuen Album 'Demut & Elite' einen sehr grundigen, rauhen und unproduzierten Charme erhalten haben. Man erinnert sich an die frühen quäkenden die Sterne, das disharmonische Debüt der Sportfreunde Stiller oder dem tagestiefen Blumfeld. Genauso kurios wie diese Vergleichskette, ist auch das musikalische Potential von Demut & Elite. 'Amanita' sprüht vor pathetischen Metaphern, die einem das melancholische Moment aus der Hirnwindung drehen. Erschreckend platt denkt man sich dabei. 'Eishai' schlägt poppige Punktöne an, mmh... ohne großen Sinn und 'Diên Biên Phú' erklingt als kommunistisches Manifest aus Hosen Hand. Sorry! 'Beende Deine Jugend' hat den Charme einer B-Seite von den Sternen zu Zeiten von 'Was Hat Dich Nur So Ruiniert'. Es wäre jetzt gemein zu behaupten es klinge alles so billig, es wäre auch nicht gerechtfertig, aber 'Demut & Elite' ist nicht mehr als deutsche Kellerkunst, die sich am Repertoire deutschsprachiger Musik orientiert, mit dem Aushängeschild das man nicht unbedingt gut singen muß. Ausdruck und Text reichen.... naja, nicht immer!