Nach seinem Abschied von Iron Maiden, zwei feinen Alben und einer Handvoll Hits im Gepäck (“Future Real” und das famose “The Clansman”) meldete sich der gute Blaze Bailey anno 1999 überraschend schnell und vor allem überzeugend zurück. Mit „Silicon Messiah“ hatte er endlich die passende musikalische Begleitung zu seiner für mich absolut beeindruckenden und überzeugenden Stimme gefunden: Moderner, riffgeprägter Metal mit viel Melodie und Gefühl. 2002 legte der gute Mann „Tenth Dimension“ nach und wartete 2003 mit dem absolut authentischen Live-Album „As Live As Its Get“ auf, das die Energie dieser Band erstmals so richtig auf Platte festhielt. Auch wenn die ersten beiden Studiowerke schon einen breiten Klang aufwiesen, waren sich nach dem Livewerk Blaze und Producer Andy Sneap überein, dass dieses raue, ehrliche Live-Feeling und der rohe Charme auf dem nächsten Blaze-Werk unbedingt eingefangen werden solle. Nun, dies ist sicherlich geschehen, auf wenn dem unbedarften Hörer dies nur in Nuancen auffällt, kratzt doch das neue Machwerk „Blood And Belief“ spontaner, noch rifflastiger und vielleicht einen Tick weniger aufgesetzt im Ohr. Am deutlichsten wird diese Veränderung sicherlich in der Frische in Mr. Baileys Stimme. Waren die beiden Vorgänger-Alben noch von Konzepten über Technologie bestimmt, wirkt diesmal „Blood And Belief“ weitaus persönlicher, legte doch Blaze persönliche Erfahrungen den Texten zugrunde und therapierte somit auch seine Drogen- und Alkoholprobleme in Songs wie „Life And Death“ oder „Soundtrack Of My Life“. Doch keine Angst, ein jammernder Klagebarde ist der gute Blaze noch nicht geworden, immer noch bestimmen Breitwand-Riffs der britischen Schule, große Melodien und Ohrwurm-Refrains seinen Fasson des Songwritings. Gestärkt kommt der ehemalige Maiden-Frontmann aus der Krise und Stücke wie „Ten Seconds“ geben ihm recht, die sich fest im Hirn einfressen und ganz nebenbei und locker frisch und unaufgesetzt klingen. Mr. Bailey, wir freuen uns auf weitere Großtaten aus Ihrem Hause!