Byzantinismus ist ein von Kritikern gebrauchter, abwertender Begriff für die Einführung besonders anspruchsvoller und ausgefeilter Rituale, die auf die äußerliche Betonung von (so nicht bestehenden) Rangunterschieden abzielen. So steht es zumindest im Net- Lexikon Bei Byzantine kann man also wenn ich da richtig verstehe, ausgefeilte musikalische Rituale erwarten, die von Außenstehenden nicht unbedingt als solche akzeptiert werden. Nun ja. Die Band Byzantine wurde im Jahre 200 gegründet und hat sein dem ein paar Demos und eine EP aufgenommen, bevor sie bei Prosthetic Records unterschrieben. Unter diesem Label gibt’s es nun das Full Length Debüt der Jungs aus West Virginia, "The Fundamental Component". Musikalisch spielen Byzantine eine recht ungewohnte Mischung. Klassische Metal- Elemente, wie man sie von Testament kennt treffen auf teilweise chaotische Hardcoreparts. Dann gibt es aber auch wieder sehr melodische Songs, die fast schon balladesken Charakter haben. Es wird viel mit Soli gearbeitet, was das Songwriting großzügig zulässt. Der Sound allerdings wirkt eher blechern, da hätte man einen deutlich satteren Sound zaubern können, was die Songs auf jeden Fall besser wirken lassen würde. Besonders das Schlagzeug klingt nicht wirklich gut. Sehr interessant finde ich allerdings den Gesang, der sehr variabel ist. Mal klingt er wütend wie bei Pantera, mal melodisch wie bei Killswitch Engange und bei den langsameren Passagen erinnert er auch mal an die Lostprophets. The Fundamental Component bietet einige Überraschungen in Hinsicht auf das Songwriting wirkt allerdings durch für meinen Geschmack zu viele quietschige Metal- Elemente und die nicht sehr gute Produktion gelegentlich nervig. Schade eigentlich. Da hätte man mehr draus machen können, was man hoffentlich beim nächsten Werk auch tun wird.