Die Tölzer Herzbuben sind zurück. Neuerdings ganz Indie und ohne Major Deal. Aber bei den Soundtüftlern der Bananafishbones dürfte das egal sein, dachte ich noch, als die CD im Laufwerk verschwand. Und nach dem ersten durchhören war ich recht ernüchtert, denn mehr als ein "nett" wollte als Kommentar nicht über meine Lippen kommen, und dass wo doch jeder weiß, das nett der schlimmstmögliche Kommentar innerhalb der Musikindustrie ist. Und hier fangen meine Probleme an, kann ich wirklich etwas schlechtes über meine geliebten Tölzer schreiben? Darf man sagen, dass 36 qm vielleicht doch nicht genug sind um Ideen zu entfalten? Muss ich ihnen es positiv anrechnen, dass sie ruhiger und nachdenklicher geworden sind? Dass dieses Album immer noch wie Roadmoviesoundtrack durch die Staaten klingt? Dass in ihrer Promo immer noch David Lynch heranzitiert wird? Dass sie es immer noch nicht lassen können Ohrwürmer zu schreiben, und zwar diese ganz gemeine Form von Ohrwurm, die sich ganz unbemerkt einschleicht und sich dann vehement gegen alle Naturgewalten zur Wehr setzt? Muss das sein, dass der Song Snowflakes schon jetzt als die Snowboarder Hymne des Jahres gehyped wird? Warum macht das alles keinen Spaß mehr? Ach Jungs, ihr macht's mir echt nicht leicht, da setzt ihr euch auf einen Indiestuhl und macht dann ein nettes Popalbum. Klar eure treuen Fans werden es lieben, es ist eingängig und tut niemandem weh. Es hat ein bisschen Alternative, eine Spur Ballade, ein Quäntchen Country und sogar ein bisschen Punk und bleibt doch eine schöne Pop-Seifenblase die nur deswegen noch funktioniert, weil die Jungs aus Bad Tölz eben in erster Linie genau das sind - sympathische Jungs. Und jetzt, muss ich dringend etwas Musik hören.