Auf ihrem vierten Album inszenieren die aus Kalifornien stammenden Beulah eine berückende Mischung aus balladesker Intensität und energischem Rock in bester Grandaddy/Phantom Planet-Manier. Hinter dem kryptischen Namen verbirgt sich eine Band, die sich selbst als "erwachsen" beschreibt ("at one point you gotta stop playing cowboys and indians") und entsprechende Erfahrungen in ihre Arbeit einbringt. Der Albumtitel "Yoko" ist darum schon vor dem ersten Hören ein Anlass zur Spekulation darüber, ob Beulah nicht nur musikalisch die Tradition britischen Pops atmen, sondern es auch in ihrem Privatleben gewisse Parallelen zu der Frau gibt, deren Name zum Synonym für Band-Splits geworden ist. Wie dem auch sei, im Fall von Beulah haben zynische Töne allerdings keine Chance, wie humorvolle Songtitel à la "Me And Jesus Don`t Talk Anymore" beweisen... In jedem Fall haben die Kalifornier mit ihrem vierten Album einen Neuanfang versucht: Da sie es nach drei früheren Veröffentlichungen (zuletzt "The Coast Is Never Clear") satt hatten, daß ihre Musik bisher immer wieder als zuckrig und sonnig charakterisiert wurde, nahmen Beulah sich vor, bei den Aufnahmesessions zu "Yoko" folgende Dinge zu beherzigen: "No ba-da-ba’s, no staccato horns, record live as much as possible, darker chords a must". An dieses Vorhaben haben sich die sechs zum Glück aber doch nicht sehr streng gehalten, so dass ihre ausgefeilten Arrangements wie gehabt auch von sanften Backgroundvocals und Bläsern profitieren dürfen. Etwa in der zweiten Hälfte des Albums rocken Beulah aber auch mal befreit und schwungvoll los und strahlen hier auch die bereits erwähnte Sonnigkeit aus. Die sich immer wieder heimlich ins Herz der Songs schleichenden melancholischeren Töne sind es jedoch, die Beulah erst wirklich interessant machen. Stellt euch einen lauen Sommerabend vor, in dem ihr im Auto an der Ostsee herumkurvt und nach den letzten Sonnenstrahlen sucht – zum Beispiel dafür ist dieses Album perfekt.