Hat da irgendwer behauptet, NuMetal wäre tot? Zumindest SpineShank weigern sich hartnäckig diesen Musikstil zu Grabe zu tragen und setzen ihre Entwicklung in diese Richtung weiter konsequent fort. Wurden sie einst noch als mittelmäßige Kopie von Fear Factory bezeichnet, so haben sie inzwischen ihren eigenen Stil gefunden. Die Zielsetzung des neuen Albums „Self-Destructive Pattern“ war eindeutig mehr Melodien, weniger Samples und noch mehr Aggressionen. Im Gegensatz zu vielen anderen vergleichbaren Combos ließ man sich für die Produktion ausreichend Zeit – fast drei Jahre vergingen seit dem Vorgängeralbum „The Height Of Callousness“ – und schrieb in dieser Zeit fast vierzig Songs. Übrig geblieben sind gerade mal zwölf mit einer Spielzeit von knapp vierzig Minuten. Es wundert also nicht, dass sich der eine oder andere Hit auf die Scheibe befindet. Trotzdem gibt es neben den Knüllern erstaunlich viele Füller. Nicht ohne Grund hat sich die Plattenfirma „Smothered“ als erste Single ausgesucht – handelt es sich dabei um das ruhigste und damit kommerziell am besten verwertbare Lied der Scheibe. Bis auf die letzten Sekunden frei von den sonst typischen Geschrei und durch eingängige Refrains weichgespült, wird die Single ihre Wirkung auf Viva und Mtv nicht verfehlen. Schon etwas härter, doch mit einem ähnlichen und extrem nervigen Refrain ausgestattet, kommt „Beginning Of The End“ daher. Auch „Fallborn“ langweilt beim mehrmaligen Hören durch mangelnde Abwechslung. Und Lieder wie „Stillborn“ und „Falls Apart“ knüpfen zwar an ähnliche Songstrukturen wie auf den Vorgängeralben an, erreichen aber keinesfalls das selbe Niveau. Doch im Gegenzug gibt es dafür den grandiosen Opener „Violent Mood Swings“, den angenehm aggressiven Song „Slavery“ und das hardcore-tauglichen „Consumed“ mit gelungener Laut-/Leise-Dynamik. Und auch beim Titelsong „Self-Destructive Pattern“ gelingt die Kombination von Melodie in den Refrains und Härte in den Strophen. Ob der NuMetal nun endlich so Tod ist, wie ihn sich manche wünschen, dass wird sich erst noch zeigen müssen. Nach einigen enttäuschenden Verkaufszahlen bei den jüngsten Veröffentlichungen vergleichbarer Bands könnte sich SpineShank mit ihrer Single „Smothered“ allerdings ins eigene Bein geschossen haben. Ich empfehle, erst die restlichen Lieder mit mehr Hardcore-Einflüssen probezuhören, bevor man sich eine Meinung zu diesem Album bildet. Wer gerne weinerlichen Gesang mit Heul-doch-Attitüde hört, der macht beim Kauf garantiert nichts falsch, doch wer mehr auf Aggressivität und Härte steht, dem seien lieber die alten Scheiben ans Herz und in die Einkaufstüte gelegt!