Es ist gar nicht so lange her, dass Blackmore´s Night ihr Live-Doppel-Album "Past Time With Good Company" auf den Markt brachten, und schon gibt es ein neues Studioalbum. "Ghost Of A Rose" wurde der neue Silberling getauft und es erwartet einen dieselbe Mischung aus mittel Ritchiealterlicher Musik, Folk und einer gehörigen Portion Pop. Und wer es noch immer nicht weiß und dem der Name Blackmore dann doch irgendwie bekannt vorkommt: Bei Blackmore´s Night handelt es sich um niemand geringeres als den ehemaligen Deep Purple- und Rainbow-Gitarristen Ritchie Blackmore mit seiner Gesangs-Elfin und Lebenspartnerin Candice Night. Gemeinsam touren sie vornehmlich durch deutsche Schlösser und Burgen und lassen dabei immer ein wenig die Atmosphäre des (idealisierten) Mittelalters auferstehen. "Ghost Of A Rose" ist das inzwischen vierte Studioalbum der beiden und es ist anzunehmen, daß es mindestes genauso erfolgreich in die Verkaufs-Charts einsteigen wird, wie seine Vorgänger schon zuvor. Mit Songs wie dem hervorragenden Opener "Way To Mandalay", das mystische "Ivory Tower" oder der zuckersüße Titelsong "Ghost Of A Rose" gibt es auch genügend gute Gründe dafür. Aber langsam bekommen die beiden ein Problem, denn so einzigartig ihre Spielart hierzulande auch sein mag, so schwieriger ist es auch, den Hörern etwas wirklich neues zu bieten. Viel Spielraum für Innovationen bleibt einem da nicht und wer die alten Alben kennt, der kennt damit schon einen Großteil der neuen Sachen: Popballaden ohne Pepp (z.B. "Where Are We Going From Here"), Mitklatsch-schunkler (wie z.B. "Queen Of The Day (Part 2)"), pflichtbewußte Gitarrensolo-stücke (z.B. "Nur eine Minute") und natürlich wieder zwei Cover-Versionen ("Diamond And Rust" von Joan Baez und das erfrischende "Rainbow Blues" von Jethro Tull). Es bleibt allerdings zu bezweifeln, dass Candice sich bei der letztgenannten Coverversion wie Ian Anderson einbeinig mit einer Blockflöte in der Hand auf die Bühne stellen wird. Bedauerlicherweise sind sie am Ende noch auf den dummen Gedanken gekommen, die englische Version des Bierzelt-klassikers "Was wollen wir trinken" in Mittelaltermanier aufzuführen. Schade auch, dass man sich textlich nie zu weit von der Belanglosigkeit entfernt und dabei das Mittelalter völlig idealisiert. Immerhin Ritchie Blackmore greift wieder häufiger zur elektrischen Klampfe und auch auf den Einsatz von elektronischen Spielereien wurde freundlicherweise zum Großteil verzichtet. Trotzdem bleibt es bei dem Fazit: Kennt man eine Platte, dann kennt man alle. Hier lohnt sich der Kauf nur, wenn man die alten Sachen schon zu oft gehört hat und nicht mehr hören mag.