Es wird immer wieder beklagt, dass es in Deutschland nicht genügend Nachwuchsbands geben würde, dabei mangelt es allerdings den meisten Newcomern selten an musikalischen Talent, sondern sie leiden vielmehr unter sofortigen Plagiatsvorwürfen und endlosen Vergleichen mit internationalen Stars von Seiten der Kritiker. Man kann es zwar nicht bestreiten, dass Black Milk auf ihrem Debütalbum "Ultrawide" vom Gesang her an Bands wie HIM, Placebo oder Muse erinnern, doch es wäre schließlich auch eine Schande, wenn man einen solch hervorragenden Sänger wie Sascha Miskovic aus diesem Grund nicht ans Mikro lassen würde. Auch musikalisch haben die Bandmitglieder mit jahrelanger Live-Erfahrung, Dutzenden von eingesackten Newcomer-Preisen und (teilweise) einem abgeschlossenen Musikstudium einiges zu bieten. Dies zeigt sich allerdings nicht nur in der Biografie, sondern hört man auch im dargebotenen Variationsreichtum und dem tadellosen Songwriting. Die Stimmung der Lieder sind durchgängig melancholisch bis sentimental - meist ruhige, mal rockige Gitarren mit langsamen Rhythmus und perfekt auf den Gesang zugeschnittene Melodien - nur gegen Ende hin wird am Spannungsbogen angezogen, bis die Songs in einem klassisch und gut inszenierten Höhepunkt explodieren. Für die einzelnen Lieder hat man sich jeweils ein bis zwei Monate Zeit gelassen und bis zu vier unterschiedliche Spielweisen ausprobiert, um sie am Ende miteinander zu kombinieren. Dadurch bieten die Songs ein breites Spektrum an Gefühlen, worauf auch schon der Albumtitel anspielt. Es verwundert nicht sonderlich, dass sich Produzent Fabio Trentini (u.a. von Guano Apes, Donots) bei solch einer Band gerne dazu bereiterklärt hat, die Regler in die Hand zu nehmen. Ihm ist es dann auch zu verdanken, dass die CD gut abgemischt wurde und der Klang schön druckvoll aus den Boxen tönt. Als erste Single wurde der gelungene Opener "If the Gods (May Know Your Name)" ausgekoppelt und das dazugehörige Video dreht schon beim Musiksender eurer Wahl seine Runden. Und falls sich tatsächlich ein Erfolg einstellen sollte, dann sind auf dem Album noch ausreichend Anwärter für eine zweite Single vertreten. Um das Album gebührend zu promoten geht es auch gleich auf eine Tournee und mehrere Festivals. Unter anderem als Support von Within Temptation. Alle Daten findet ihr auf der bandeigenen Homepage.