Endlich mal wieder ein Album mit Endlich-Effekt! Denn endlich hab ich einen neuen CD-Player geordert bekommen, nachdem mein treuer, alter Weggefährte mit 5fach-Schublade nach dem Genuss der neuen Helloween-CD einfach so seinen Dienst quittierte. Und just am selben Tag, als sein Nachfolger eintraf, erreichte mich das langersehnte Redaktionspäckchen, prall gefüllt mit metallischem Lärm. Daher ward dieses schnell, mit chirurgischer Präzision geöffnet und das lang ersehnte Live-Album von Blaze herausgezogen und eingeworfen in die jungfräuliche Schublade. Hätte ein unbenutzter Player ein elektronisches Jungfern-Häutchen, würde dieses bereits nach dem ersten Riff von „Speed Of Light“ zerfetzt in dem Schacht (ahäm...) hängen... Bei metallisch Versierten wird dieser Band-Name ein Zungenschnalzen auflösen, konnte doch der ehemalige Iron Maiden-Shouter mit der wunderbar tiefen Stimme und dem großartigem, unterhaltsamen Stage-Acting mit neuer Mannschaft unter seinem Namensbanner vollends überzeugen. Und so wie die Live-Shows der sympathischen Briten erscheint, gleichsam entblößt sich auch das Cover-Artwork, von Meister Bayley selbst entworfen, dem Betrachter: Ohne Schnörkel, ohne Fassade, dafür ehrlich, hart und rau. „Wir sind live am besten, also haben wir die Gelegenheit genutzt und unsere Gigs in der Schweiz und in England während der „Tenth Dimension“-Tour mitgeschnitten. Wir denken, dass die Setlists auf jener Tour wirklich interessant waren und wir daraus ein Album produzierten sollten.“ erklärt das britische Stimmwunder und Aushängeschild des englischen Heavy Metal-Schlachtschiffs. Diese Doppel-CD kommt im äußerst amtlichen Sound daher, der so fett ist, dass er die schwitzende Club-Atmosphäre sehr authentisch einfängt. Reizvoll wirkt der Kontrast zwischen den „filigraneren“ Jungfrau-Stücken, die allerdings im Blaze-typischen Anstrich dargeboten werden („When Two Worlds Collide“, „Virus“ und das epische „Sign Of The Cross“), das Wolfsbane-Stück „Steel“, welches sich als Live-Hymne entpuppt sowie Metal-Version von Led Zeppelin´s „Dazed & Confused“, die im Gegensatz zu den Eigenkompositionen der superben Studio-Alben stehen, die auch live durch monolithische, nackenbrechende Riffs, melodiöse Leads und dem intensiven Gesang von Mr. Schwermetall himself aufwarten. Alles in allem zeigt „As Live As It Gets“ eine Band, die qualitativ hochwertigen, modernen New Wave Of British Heavy Metal zelebriert, die sich für ihr Publikum den britischen Hintern abspielt (man führe sich nur die zahlreichen Ansagen an das Publikum zu Gemüte) und die einen Sänger hat, der auch live singen kann... Also, zugreifen, Gitarrenwände genießen und abbangen!