"Never let The Hives support your Band" - denn sie machen Songs, die "simpel, straight und voller Energie" sind, so das zweideutige Lob der Kollegen von The Hellacopters oder (International) Noise Conspiracy, die selbige Erfahrung bereits machen durften mit den Schwedenrockern...oder Schwedenpunks? Oder Mods? Oder alles in allem??....Nun, letzteres trifft wohl eher auf das Äußere des Quintetts zu: in schwarzen Anzügen und weißen Hemden inkl. Schmalzlocke könnten sie der Schwarm jeder Schwiegermutter sein. Doch wehe, sie greifen zur Gitarre, drehen den Verstärker auf und röhren drauf los - dann ist Schluß mit Artigkeit, dann wird nur noch rotzfrech gerockt.... Die Referenzen dieser Band können sich sehen lassen: kein anderer als Millencollin-Drummer Mathias hat seinerzeit die Hives bei DEM schwedischen Indie-Label Burning Heart untergebracht - der Grundstein ihrer Karriere war gelegt. Und die lief sogar so gut an, dass gar die Cobain-Witwe Courtney Love es wagte zu behaupten, dass die Hives qualitätiv besser seien als Nirvana! Soso...kein Wunder also, dass es sich unter solchen Umständen gut große Töne spucken läßt: So lautet denn auch "Your New Favourite Band" der bescheidene Titel ihres aktuellen Albums, einer Greatest-Hits-Sammlung von Album-Tracks und B-Seiten, die gerademal fünf Jahre der Karriere dieser Band umfasst. Haben wir es hier nun mit hoffnungslosen Posern zu tun, oder mit noch hoffnungsloseren Psychos, die nach jener Selbstbestätigung heischen, die man ihnen normalerweise nicht zuteil kommen läßt. Oder haben sie etwa recht? Nein, des es scheint sogar eine richtige Strategie dahinter zu stecken, ließ doch die Band einst in einem Interview verlauten: "Wir haben mit unserem Label einen Vertrag über drei Alben unterzeichnet. Nichts anderes wollten wir auch, weil wir finden, dass eine Band nicht mehr als drei gute Platten in Folge machen kann." Tja, nach den Scheiben "Barely Legal" und "Veni Vidi Vicious" ist "Your New Favourite Band" also das sagenumwobene dritte Album - und schon eine Best-Of mit jüngsten Knallern wie "Hate To Say I Told You so" oder "Main Offender" genauso wie "a.k.a I-D-I-O-T", "Automatic Schmuck" oder "Hail Hail Spit n' Drool" von "Barely Legal". Haut rein, keine Frage, aber trotzdem: sind die Schwedenrocker schon so ausgelaucht und ideenlos, dass ihnen nichts Besseres mehr einfällt als all ihre alten Songs zusammenzuklauben und auf eine Scheibe zu pressen? Immerhin ließ der spritzige Drive der Schweden schon beim letzten Album etwas nach - und etwas wirklich Neues liefern die Jungs ja nun auch nicht ab, seien wir da doch mal ehrlich. Ein bißchen Verschrobenes von den Strokes, eine Prise High-Energy-Rock von den Hellacopters und dazu noch eine Portion Punk à la New York Dolls - fertig ist die Hives-Mischung. Lecker, aber irgendwie irgendwo schonmal gehabt...Das ist aber auch schon der einzige Makel an der Platte. Wer Lust auf rockigen Punk hat oder auch punkigen Rock, dem sei hiermit das neueste und wohl auch vorerst letzte Album der Hives offiziell empfohlen. Nun bin ich nur noch gespannt, ob dies wirklich das allerletzte Werk der fünf Nordländer gewesen sein soll, oder ob sie nicht irgendwann doch noch ihren Vorsatz brechen...