Selten hat es eine Band vermocht nach einer langen Zeit der Abstinenz, sich wieder nachhaltig in das Gedächnis ehemaliger, treugebliebener und sicherlich auch neuer Fans zu spielen. New Order ist dies im Jahre der 80s Revivals als eine der wenigen musikalischen Dinosaurier der Vergangenheit gelungen. Get Ready! sorgte für Aufsehen. Nachdem man sich also mit neuen Songs wie z.B. "Crystal" oder "Turn My Way" (zusammen mit Billy Corgan) als durchaus milleniumfähig erwiesen hat, ist es in der Regel nicht auszuschließen das Medien und Fans gemeinsame Sache machen und den ganzen alten Kram ans Tageslicht holen. Dabei trifft die Bezeichnung "alter Kram" jedoch nicht ganz den Kern des zu Vermittelden, weil man diese Redewendung normalerweise negativ belegt und genau das gilt nicht für New Order. Die Perlen der 80er lassen sich nämlich süß von der Zunge reden. Beginnend mit "Blue Monday", einem Song der quasi zu tode gemixt wurde, über "True Faith" und "Regret" kann man die Liste weiterführen ohne dabei bitter aufzustoßen. New Order waren und sind die Meister des Scheiß-Egal-Flair und wirken dabei heute noch cool und unantastbar. Songs, komponiert mit durchtriebener Gleichförmigkeit und gleichgültigen visuellen Output, reizen noch immer die Emotionen und verleiten in einigen Passagen zu einer prickelnden Gänsehaut. Ihre fragmentierten Lyrics zersetzen diese synthetisierten Emotionen bei genaueren Zuhören und baden einen letztendlich in einer zufriedenstellenden Kiffermentalität. Für Leute, die sich einen kurzen Einblick über die Perlen der 80er verschaffen wollen, ist "International" ein gefundenes Fressen. Kurz und prägnant erhält man einen zeitlichen Abriss von New Order. Für Wahre Fans sei jedoch angemahnt, das Geld zu sparen und sich die am 2.12.2002 erscheinende 4CD Box "Retro" zu zulegen.