Willkommen in den 70er Jahren. Stellt Eure Lavalampe an, holt die Räucherstäbchen aus der Schublade und legt Euch auf Euer großes Fell. Träumt, chillt, habt Sex oder macht einfach gar nichts. Sobald Ihr die Black Nasa-Scheibe eingelegt habt, ist Euch sowieso alles andere egal. Ich schwör's...Black Nasa? Noch nie gehört? Keine Panik. So lange gibt's die Dreier-Formation um Kopf Chris Kosnik, ehemaliger Godspeed-Bassist, ja auch noch nicht. Gerade mal zwei Jahre ist es her, dass er seine jetzigen Bandkollegen Corey Stubblefield (drums) und Duane Hutter (guitar) kennengelernt hat. Damals war Chris noch Kopf von The Atomic Bitchwax, seinem Bandprojekt, das er gemeinam mit Monster Magnet-Gitarrist Ed Mundell auf die Beine gestellt hatte. Ein kreatives und dennoch unglückliches Arrangement: Während sein Kollege ständig auf Monster-Tour weilte, durfte er selbst nur Däumchen drehen. Das Ende war vorprogrammiert. Doch jetzt ist Kosnik wieder da - mit Black Nasa: groovigy, lazy Stoner-Rock, der sich auf dem gleichnamigen Debut wie ein dicker, roter Faden vom ersten bis zum letzten Track konsequent durchzieht. Opener "Holy Crap", gespickt mit verzerrten vocals und spacigen Syntheziser-Einlagen, ist in erster Linie geradliniger Gitarrenrock, allerdings mit einem eindeutigen Hang zum Experimentellen. Wie hier legt das Trio auch bei den folgenden acht Songs mehr Wert auf harmonische, stimmige Instrumentalparts als auf ausgefeilte Gesangstrukturen. Geschwindigkeit spielt kaum eine Rolle. Die Tracks rollen im Truckertempo gemächlich dahin. Und trotzdem steckt jede Menge Power dahinter. "Hot Van" gleicht einem Psychedelic-Trip in den Seventies: relaxt dahingleitende Gitarrenriffs und Keyboards im guten, noch ganz frühen The Cars-Stil - wauh...."Ribeye Love" hingegen ist im klassischen "Ich-stampfe-mit-meinen-Cowboystiefeln-mal-im-Takt-Rocksound inklusive Mundharmonika-Einsatz gehalten. Für die Jüngeren unter uns vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, für die Rocker der alten Schule wohl geradezu eine rührende Erinnerung an alte Zeiten...Und dann der Höhepunkt: Track No. 8, "Walkin, Talkin, Blackout Mode", ein rein instrumentales, wieder einmal psychedelisch anmutendes Stück. Hier jamt Gitarrist Duane mal eben lässig über acht Minuten vor sich hin - und beweist, dass er sein Handwerk perfekt versteht. Dazu der smoothe Bass von Chris - mehr braucht ein Song nicht, um tief unter die Haut zu gehen. Tja, und dann ist die Scheibe leider schon fast zu Ende: "El Segundo" ist der Abschlußsong - und hier lautet die Botschaft noch einmal ganz unverhohlen und direkt: back to the roots. Angus hätte sicher seine Freude an den AC/DC-Riffs, aber auch Kiss läßt grüßen. Elemente, die ihren Wiedererkennungswert also haben, aber dennoch gut eingesetzt sind. Chris und seine Kollegen sind von klein an große Fans alter Haudegen, wie Pink Floyd, Black Sabbath, Led Zeppelin oder auch ZZ-Top. Black Nasa verwertet diese Einflüsse nun auf eigene Weise: Das Album strotzt nur so vor rauchgeschwängerten, whiskeytriefenden Rocksongs - mit einem Unterschied zu all den zahlreichen Weggefährten, die in der aktuellen Musikszene nur so herumstreunen: Black Nasa macht nicht einen auf derb oder dreckig, sondern ist einfach nur eins: ganz schön cool...