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Coldplay -  A Rush Of Blood To The Head     Artist:  Coldplay
    Album:  A Rush Of Blood To The Head
    Label:  EMI / Parlophone
    Release:  23.08.2002
   Medium:  Album
    Genre:  Britrock ausdrucken 
    Autor:  Tobiohnebo empfehlen/teilen 
 

Es gibt ein paar menschliche Emotionen bzw. Eigenschaften, die ein großes zerstörerisches Potenzial in sich tragen. Eine davon ist, seine Hoffnungen und Erwartungen an ein zukünftiges Ereignis zu klammern, sei es der nächste Urlaub, die nächste Beziehung, oder banaler: der nächste Film mit dem Lieblingsschauspieler oder die nächste CD der Lieblingsband. In den seltensten Fällen werden solch überhöhte Erwartungen erfüllt.

Immense Erwartungen lasten nun auf dem zweiten Werk von Coldplay "A Rush Of Blood To The Head". Charlotte Roche formulierte etwas umständlich aber zutreffend, es handele sich um das am sehnlichsten erwartete Nachfolgealbum eines Debuts. Und in der Tat schlug 'Parachutes' sowohl kommerziell als auch künstlerisch richtig ein. Kommentare wie "beste Radiohead-Imitatoren" konnten den Erfolg der vier Engländer Chris Martin (voc.), Jon Buckland (git.), Guy Berryman (bas.) und Will Champion (drum) nicht stoppen.

Mit der ersten Singleauskopplung "In My Place" knüpfen die Jungs direkt an Bewährtes an. Dies kommt nicht von ungefähr, entstand der Song doch im Grunde noch während der Studiosession zu "Parachutes", kam aber zu spät und wurde aufgespart. Angeblich nahm Chris Martin sich, als schon zusammengepackt war und alle bereit zum gehen waren noch mal eben ein waschechtes Schifferklavier zur Hand, um einen Shanty zu spielen. Da kann man nur sagen: zum Glück ist kein Shanty sondern ein wunderschönes Liebeslied dabei heraus gekommen, das dann der Aufhänger für das ganze restliche Album wurde. Trotz vergleichsweise banaler Lyrics ("Come back and sing to me...Come on and sing it out") berührt das Lied die Seele - einzig weil Chris aus ganzer Seele singt.

Überhaupt kann Chris mit seiner Stimme so einiges, was dem Normalsterblichen verwehrt bleibt. So erklimmt er im ruhigen Schlußstück "Amsterdam" schwindeleregende Höhen, läßt sie beim Titelstück "A Rush Of Blood To The Head" für einen Augenschlag lang wegbrechen oder moduliert die Melodie beim energiegeladenen Opener "Politik" auf faszinierende Weise ("Give me heart and give me soul").
Insgesamt haben Coldplay wieder ein recht ruhiges, wenn auch teilweise sehr intensives Album gemacht. Es wurde viel mit Klavierbegleitung gearbeitet, wie beim sehr gelungenen und fesselnden "The Scientist". Es handelt sich um ein trauriges und nachdenkliches Liebeslied ("Nobody said it was easy/Oh it's a shame for us to part....You don't know how lovely you are/I had to find you/Tell you I need you"). Nun wird jemand sagen: "naja, das hatten wir ja alles schon". Stimmt. Aber nicht so schön instrumentiert, nicht mit Chris Martins herzzereißender Stimme und überhaupt: NICHT VON COLDPLAY.

Zugegeben: das Album bietet keine Innovationen...keiner wird je schreiben, Coldplay hätten im Jahre 2002 n.Chr. eine neue Musikära begonnen. Die Texte sind solide, aber nicht überragend. Aber hier zeigt sich wieder das eingangs erwähnte Problem. In Interviews merkt man, dass das einfach nette Jungs sind, die ihr Studium brav zuende gemacht haben, ihre Eltern mögen und nicht auf die Idee kommen, einen Fernseher aus dem Hotelzimmer zu schmeissen. Wenn sie über Songs reden, dann sagen sie, wie die Musik zustande gekommen ist, und nicht: "wir wollten damit gegen das bestehende Gesellschaftssystem in England und die Ausbeutung von Entwicklungsländern rebellieren". Nicht das sie völlig apolitisch wären - im Booklet finden sich immerhin Web-Adressen von Amnesty International, Greenpeace oder Planet Save - aber man darf nicht den Fehler machen, den Wunsch nach Tiefgang, Komplexität und Intelligenz im Musikgeschäft auf Coldplay zu projizieren. Ich fürchte, ansonsten würde man etwas enttäuscht werden. Immerhin wollen sie ehrliche Musik machen und alles in die Waagschale werfen, was sie können...zurück zur Musik.

"Green Eyes" ist ein akustischer Ausflug in Countrygefilde, der einer zu langen Amerikatour zuzuschreiben ist und einer gewissen Bewunderung für Johnny Cash und Hank Williams. Im Prinzip ist der Song biographisch, da Chris ein Mädel mit grünen Augen kennengelernt hatte. Bei "A Whisper" tritt der Gesang völlig in den Hintergrund und ein breiter Gitarrensound überwiegt, über den die Band selbstironisch sagt, dass sie selbst nicht genau die Noten wüßten, weil das Riff schwer zu spielen sei und für die CD eine ältere, dröhnende und unscharfe Aufnahme verwendet wurde. Ähnlich lustig verhält es sich mit "A Warning Sign": der Song ist nur zu 3/4 fertig, da Ian McCulloch (Echo and the Bunnymen) Chris wie ein "MI5-Agent" zuraunte, so einer müsse auf jedem Album sein. Der Titelsong ist mit seinem intensiven Refrain einer der Interessantesten auf dem Album und handelt davon, alles JETZT und HIER zu machen...zum Beispiel einem Mädchen sagen, dass man es mag. Carpe Diem.

"A Rush Of Blood To The Head" ist ein sehr schönes und dem Vorgänger 'Parachutes' fast ebenbürtiges Album geworden, dass für jeden Fan des britischen Rock-Pops sicherlich ein Pflichtkauf darstellt. Teilweise klingt es ein bißchen altbacken nach Beatles bzw. George Harrison, teilweise ein bißchen schräg wie Pink Floyd - aber das sollte einen nicht schocken. Ich persönlich hätte mir ein paar Songs mit noch mehr Energie und Tempo gewünscht, aber man kann sich andererseits auf den Standpunkt stellen, dass nicht jede Band alles machen muss. Coldplay ist halt für die melancholischen, aber hingebungsvollen Balladen zuständig. Dennoch: man hört bei einigen Liedern das Potenzial für Songs heraus, die richtig rocken...vielleicht beim nächsten mal.

Es gibt keine bedingungslose Liebe - selbst zu Coldplay nicht. Aber seinen Liebsten verzeiht man kleine Fehler doch gerne.


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