Weg vom Pop, weg vom Kommerz, hin zu eigenständiger, künstlerisch wertvollerer Musik. Blink 182-Tom Delonge's und Travis Barker's Seitenprojekt versucht die Hörerschaft altern zu lassen, einen Weg den sie mit ihrer Hauptband wohl nicht mehr in dieser Weise beschreiten können. So wurde nun von 2/3 Blink 182 Box Car Racer aus der Taufe gehoben, eine Band, die zwar wegen Delonge's Stimme so verteufelt an Blink erinnert und doch so anders ist.Eins vorneweg: Die Gerüchte, dass das hier wie alte Refused oder Rancid klingt sind natürlich nicht zutreffend. Box Car Racer orientieren sich vielmehr an bekannten Emo- und Hardcoresounds und verbinden diese mit Punkrocktypischen Stilmitteln. Herausgekommen sind eine ganze Reihe fantastischer, atmosphärischer Songs so wie die erste Single 'I Feel So' oder 'Letters To God', leider aber auch einige Totalausfälle wie 'My First Punk Song', die allesamt viel zu unausgegoren klingen und ziemlich übel nach Schnellschuss stinken. Gratulation aber an Travis Barker, der mit überragendem Schlagzeugspiel erstmals zeigt, was er wirklich drauf hat. Als Gäste auf dem Debüt vertreten sind übrigens Tim Armstrong und der dritte Blinker Mark Hoppus, die aber eher störend wirken, da die Songs eher auf Delonge zugeschnitten sind.Alles in allem kann man sagen, dass 'Box Car Racer' nicht die Platte ist, wie sie wohl viele erwarten haben, aber das sollte sie wohl auch nicht sein, sondern eher der Versuch von zwei Musikern sich aus ihren Limitierungen zu befreien, teils ist dies sehr gut gelungen, teils auch wieder nicht. Trotzdem ist 'Box Car Racer' ein schönes Stück Musik, das zwar nicht über die komplette Spielzeit halten kann, was der Anfang verspricht, aber viele interessante Ideen aufzeigt, die durchaus ausbaufähig sind. Bleibt abzuwarten, ob die beiden Protagonisten diese Chance dann auch nutzen.