Ich zitiere mal Grave Digger mit einer Zeile ihres besten Songs: „Rumour tells, that rebellion will break out...“. Passend zum ganzen Trouble im Vorfeld der Veröffentlichung des langersehnten Nightwish-Outputs ´Century Child´. Da hieß es, Sangesgöttin und Superfrau Tarja Turunen will hinschmeißen, sich ihrem Studium widmen und nicht mehr in verrauchten Clubs ihre Stimme und zugleich ihr Kapital ruinieren!!! Eine Katastrophe für jeden Anhänger der finnischen Atmosphäre-Zauberer... Nun, ´Century Child´ darf sich noch mit Tarja´s wunderbaren Stimme schmücken, was die Zukunft bringt, steht in den Sternen. Konzentrieren wir uns lieber auf das Hier und Jetzt in Form von zehn neuen Klangperlen. Aggressiver sind sie geworden, was ihnen aber sehr gut zu Gesicht steht. Fragile Songstrukturen findet man nur noch selten, stattdessen regiert hier eher der klassische Metal, gegen den Frau Turunen sich mächtig ins Zeug legen muss. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass sich in Haupt-Songschreiber Tuomas Holopainen (der Keyboarder, A.d.V.) jede Menge Frust ob der Quelereinen angesammelt haben muss... Durch das Symphonie-Orchester, dass auf fünf Songs seine Klangmacht verbreitet, wirken die verspielten, vertrackten und technisch erneut hoch anspruchsvollen Nummern noch druckvoller und gewaltiger. Mit Neu-Basser Marco Hietala steht dann noch mehr Abwechslung ins Haus, übernimmt er doch einen Teil der Vocals. Sehr nett, aber dennoch verblasst er im direkten Vergleich zu Tarja. Die Version von ´The Phantom Of The Opera´ ist zwar ambitioniert, klingt aber im Vergleich zum Original etwas unglücklich, was dem männlichen Gesang zuzuschreiben ist, der für meinen Geschmack zu hoch angesiedelt ist, aber darüber lässt sich streiten. Alles in allem ist ´Century Child´ für eine Metal-Platte mit Opern-Anleihen und viel Bombast äußerst gelungen ausgefallen, für Nightwish-Ansprüche jedoch nicht der erwartete Knaller. Dennoch: Verträumte Atmosphäre, Härte und Anspruch sind in par excellance geboten...