Irgendwie klingt der Titel des Megadeth-Livealbums nach purer Ironie, denn auf das Erwachen der Trash-Heroes folgte der Niedergang, sprich die Auflösung. Die Tristesse wird somit zur Religion erhoben, da die Doppelscheibe zeigt, warum Megadeth zu den Fab Four des Trash Metals gehörten. 24 feine Songs, von Gassenhauern wie ´Wake Up Dead´, ´Peace Sells... But Whos Buying´ oder ´Hangar 18´ über die melodische Phase mit ´A Toud Le Monde´ bis hin zu den eher eigenwilligen Kompositionen der Neuzeit wie ´Kill The King´ zeigen den repräsentativen Querschnitt aus dem musikalischen Schaffen der Mannen um Rotschopf Dave Mustaine. Megadeth präsentieren sich bei dem Live-Gig in Phoenix in Bestform, rockten hart und präzise, was jetzt nach der Auflösung umso mehr schmerzt, schien doch der Weg der Band wieder nach oben zu führen. Zwar klingt ´Rude Awakening´ anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da die Songs stellenweise abgewandelt dargeboten werden, doch ergibt sich nach der Kennenlernphase eine innige Beziehung zu dieser Doppel-CD. Nochmal ein Nadelstich in mein altes Trasher-Herz, dass sich meine früheren Lieblinge in solch bestechender Form aufgelöst haben. Schluchz.