Zwei Jahre sind rum und Millencolin bescheren der Welt punktgemäß ein neues Album, das da auf den schönen Titel 'Home From Home' hört. Das letzte Album 'Pennybridge Pioneers' hat die Fans ja schon gespalten, für die einen war es schlechthin furchtbar, während andere, so wie ich, in diesem Millencolin’s beste Scheibe bis zu diesem Zeitpunkt sahen. Um es vorweg zu nehmen: Auch 'Home From Home' wird die Fangemeinde nicht wieder unbedingt zusammenführen, denn Millencolin sind erwachsen geworden und verfolgen den schon mit dem Vorgänger eingeschlagenen Weg konsequent und frisch weiter.Stilistisch wird also weiter etwas tiefer in die Rock-Kiste, wobei die Schweden es diesmal gewagt haben noch weiter über den Melodycore - Tellerrand zu spähen, 'Kemp' und 'Man Or Mouse' rocken so geradeaus, dass es wohl auch den Hives und den Beatsteaks schwindelig werden könnte. 'Punk Rock Rebel' ist ziemlich „laid back“ und unwahrscheinlich swingig. Doch auch auf klassische Millencolin Arrangements muss man nicht verzichten: 'Fingers Crossed' und 'Happiness For Dogs' ballern einem in gewohnter Manier um die Ohren, als hätte man nie einen Ausflug in andere Gefilde gewagt. Aufsehenserregend ist, dass Millencolin bei aller Vielfalt es zustande bringen jedem Song doch ihre eigene Note zu geben, so dass es egal ist, wie weit man stilistisch wandert, es bleibt doch immer unverkennbar MillencolinDie lyrische Seite ist altbewährte Kost, die wie immer die Vertonung des Lebens von Sänger Nikola, der aber stimmlich auf der neuen Platte oft auch härtere, von ihm nie so erwartete, Wege einschlägt, wobei man sich fragt, warum er nie vorher so gesungen hat.Für mich bleibt 'PP' das beste Millencolin Album, doch 'Home From Home' ist ganz, ganz nah dran, haben die Jungs doch einfach mal einige der besten Riffs ihrer Karriere auf Konserve gezaubert und (mal wieder) ein wunderbares, zeitgemäßes Stück Punkrock abgeliefert, dass alle Stärken dieser Band aufzeigt und keine Schwächen erkennen lässt. Großartig !!