Pünktlich zum 20jährigen Bandbestehen fahren die Hosen wieder los, diesmal zu einem 'Auswärtsspiel', den Blick klar auf die Strasse in die Zukunft gerichtet, doch nicht ohne den sicheren Blick in den Rückspiegel. Von den Hosen kann man ja nun halten was man will, fest steht aber, dass sie wahrscheinlich eine der einflussreichsten deutschen Punkbands überhaupt sind, die trotz ihrer Größe und Kommerzialität trotzdem immer authentisch geblieben ist.Acht Monate dauerte die Produktion und es wurde bis zum endgültigen Abgabetermin immer wieder verändert und verfeinert. Resultat sind die besten Texte, die die Hosen je geschrieben haben, zeigen sie doch die menschliche, nachvollziehbare Seite des Daseins. Musikalisch ist die Palette der Einflüsse auch wieder gewachsen und trotzdem haben sich die Hosen auch wieder auf altbewährte Tugenden besonnen und legen auf 'Auswärtsspiel' einfach mal die härtesten Stücke seit ihrer Jugendzeit hin. Als Kontrast stehen Songs, die so ruhig instrumentalisiert sind, wie man es von den Hosen nicht erwartet hätte, aber in Verbindung mit den Texten eine großartige Atmosphäre erzeugen können. Konsequent zieht sich eine Leichtfüßigkeit durch das Album, die man von Menschen solch hohen Alters nicht mehr zutrauen würde. Schlussendlich werfen die Hosen sogar einen ironischen Blick auf sich selbst ('Graue Panther'), der vom Witzgrad schon fast an Die Ärzte – Sphären heranreicht.'Auswärtsspiel' ist ein lupenreines Hosen-Album geworden, dass sowohl mit den typischen Gröhl-Chören aufwarten kann, aber auch neue Ansätze zeigt, und wahrscheinlich von ihnen in dieser Form nicht mehr zu erwarten war. Meiner Meinung bleibt 'Opium Fürs Volk' das beste Tote Hosen Album, doch 'Auswärtsspiel' kommt doch ziemlich nah ran.