Der Gothic Rock bzw. Metal Sektor wird seit Jahren von einer Band aus den Niederlanden beherrscht, The Gathering. Doch seit dem Milleniumswechsel bringen vier Saarländer, ehemals sechs, neuen Schwung in die holländische Dominanz. Mit ihrem dritten Album 'Jade', wenn man ihre EP 'Swallow' nicht miteinrechnet, sorgten Flowing Tears für große Beachtung. Insbesondere mit der am Album anschließenden Tour zusammen mit den bereits erwähnten The Gathering. In geschrumpfter Formation legt das Quartett ihren vierten Longplayer 'Serpentine' vor und dies ohne musikalisches Volumen einzubüßen. Stefanie Duchêne's verführerische tiefe Stimme, legt sich wie Balsam über die Sehnsüchte und Wunden, die pulsierend (z.b. 'Justine') bis sanft wiegend (z.B. 'Portscall') durch die Empfindungsströme der eigenen Seele fließen. Flowing Tears greifen die Eindringlichkeit von 'Jade' auf und reduzieren die Songs auf 'Serpentine' auf das Wesentliche. Sie verzichten zusehens auf übertriebene atmosphärische Effekte und lassen Stefanies Stimme mehr in den Vordergrund treten. Gleichzeitig dominieren auch die Saiteninstrumente stärker, als zu den Zeiten von 'Jade'. 'Serpentine' erstrahlt in aller Herr(Frau-)lichkeit. Ein zurückhaltenes Gothic Rock Album, wunderbar, melancholisch, mit geniesserischer Härte.