Lang, lang hat es gedauert, doch was lange währt wird ja bekanntlich gut. So sieht es auch mit den Beatsteaks aus, die nun endlich ihr so lang erwartetes drittes Album 'Living Targets' veröffentlichen. Und als hätte man es nicht anders erwartet, die Beatsteaks beschreiten auch auf dem neuen Album wieder neue Pfade.Zugegeben, dem Fan, der die Jungs zu '48/49'- Zeiten kennen gelernt hat, wird 'Living Targets' anfangs etwas bitter aufstoßen. War die Kluft zwischen dem Debüt und der letzten Platte schon ziemlich groß, so ist es nun der Grand Canyon. Hardcore und Punkrock wurden wieder weiter aus der Musik rausgekehrt, um dem Rock(und vielleicht auch der Massentauglichkeit) die Türen noch weiter zu öffnen. Doch die Beatsteaks wären nicht die Beatsteaks, wenn sie nicht auch 'Living Targets' zu einem absoluten Highlight machen würden. Melodien und großartige Refrains stehen im Vordergrund ('Summer', 'Let Me In') und die Band klingt unwahrscheinlich tight, während sie einfach mal alles zu Brei rockt. Die andere Seite ist die ruhigere und melancholische, die mit 'Soothe Me' und 'Disconnected', ein fantastisches Synthiestück, unwahrscheinlich schöne Songperlen zu Tage bringt. 'Living Targets' ist viel mehr, als nur eine Rockplatte, dafür bietet sie viel zu viel und kann dem Hörer auch noch nach dem hundertsten Durchlauf etwas neues zur Entdeckung bieten.Die fünf Berliner bestätigen einfach ihren Status als Ausnahmeband, die sich immer wieder neu erfindet und durch diesen Mut zur Veränderung sich immer weitere Qualitätsschübe erspielt. So ist auch 'Living Targets' unverkennbar ein Beatsteaks-Album, dass sich zwar in seiner Größe nicht beim ersten Hören erschließen lässt, doch nach einiger Zeit, die man dem Album unbedingt geben sollte, mit den Vorgängern zumindest eins gemein hat: Es rockt unglaublich und ist einfach grandios.