Life Of Agony sind wieder da und präsentieren sich mit ihrem neuen Album 'Soul Searching Sun' in einer Art und Weise, daß jedem, der die Jungs kennt und mag sofort die Handschrift der Band wiedererkennt. Gründe dafür liegen sicherlich in der bereits bewährten Zusammenarbeit zwischen Keith und Alan die wieder für die Texte verantwortlich zeichnen, die sich, wie zuvor schon, weniger mit den leichten Seiten des Lebens beschäftigen sondern eher die schwer zu verstehenden und komplizierteren Facetten des Daseins zum Thema machen. Bestes Beispiel dafür ist Song 8.Was dabei erstaunlich ist, ist daß Keith selber der Meinung ist seine Stimme wäre noch Ausdrucksvoller als bei den Vorgängeralben, wodurch die Texte eine intensivere Interpretation erfahren würden. Dem ist angesichts der exzellent vorgetragenen Vocals auf 'River Runs Red' und 'Ugly' nur schwer zuzustimmen. Zwar ist mit 'My Mind Is Dangerous' ein absoluter gesanglicher Glanzpunkt gesetzt, der einmal mehr Keiths einzigartiges Talent unterstreicht; Tatsache ist aber auch, das dies einer von wenigen Glanzpunkten in dieser Hinsicht ist. Bisher hat die Band gerade durch ihre Stimme überzeugt, diesmal tritt diese etwas zurück und hinterläßt freien Raum, der leider nicht ganz gefüllt wird. Das heißt nicht automatisch, daß das Album schlecht wäre, aber mal ganz ehrlich: Waren die Erwartungen nicht bis in den Himmel hinauf geklettert? Und ist eine leichte Enttäuschung da nicht auch verständlich? Auf der Aktuellen überwiegen die ruhigeren Stücke, was zur Folge hat, daß gelegentlich das Verlangen nach satten Riffs aufkommt. Die sind zwar präsent aber nicht in ausreichendem Maße.Wie dem auch sei, 'Soul Searching Sun' ist zweifelsohne eine Scheibe, die sich in die Reihe der bisherigen L.O.A.-Platten, wenn auch mit Abstrichen, einreihen läßt. Man sollte ausreichend Zeit investieren, um das Gesamtwerk mehrmals zu hören, denn mit fortschreitender Gewöhnung gewinnt man dann auch Spaßzuwachs beim Hören. Deutliche Kritik muß aber an der zweiten Singleauskopplung geübt werden, denn ausgerechnet 'Desire' ist am wenigsten geeignet diese CD zu repräsentieren - der Riff ist zu U2-lastig.