Bereits 1993 tingelten boyhitscar durch die amerikanischen Lande,
um den einen oder anderen Gig zu erhaschen. Geprägt durch den sozialkritischen
Unterton von Rage Against The Machine und menschlich am linken Rand unserer
Gesellschaft befindlich, haben sich Cregg und Kumpanen Zeit gelassen und einen
erfahrungssatten Sound gefunden.
Kombinationen aus asiatisch-orientalisch klingenden Einflüssen
geben der ansonsten hardcorelastigen Note ihrer Musik einen modernen Blümchencharakter.
Frecherweise könnte man glatt behaupten sie verkörpern die Hippie Generation
des neuen Jahrtausend, die sich exzessiv und wortgewaltig gegen das so eingefahrende
System auflehnt und sich nicht mit den Spruch ES-WIRD-SCHON-ALLES-GUT-WERDEN
zufrieden gibt. Im Gegenteil, spannungsgeladen zeigen boyhitscar wo es lang
geht. Akkustikpassagen, die immer wieder, höre 'Rebirth' oder 'As I Watch
The Sun F*** The Ocean', die wutentbrannten Gitarrenläufe auflösen sowie die
sehr eigene Stimme von Cregg, die im übrigen an Jane's Addiction erinnert,
geben dem selbstbetitelten Major-Debüt von boyhitscar einen mehr als außergewöhnlichen
Anstrich. boyhitscar setzen die Welt in Flammen!
Jens-Bewertung: Note 1
boyhitscar legen mit ihrem selbstbetiteltem Major-Debüt einen
Mix aller in der Welt der Gitarrenmusik vorhandenen Einflüsse vor. Die Grundlage
liegt ganz sicher im intelligenten Heavyrock, die Band aber darauf zu beschränken
wäre falsch. Auf 'boyhitscar' ist wirklich alles vorhanden, was man heutzutage
im Rock sucht. Harte Gitarren treffen auf orientalische Einflüsse, ruhige Passagen
werden durch brachiale Noise-Attacken gebrochen. Stakkatoriffs, viele Wechsel
zwischen rocken und schmusen und der häufige Einsatz von wunderbaren Akustikgitarren,
bestimmen das Klangbild. boyhitscar bauen in jedem ihrer Lieder eine besondere
Atmosphäre auf, nur um sie im nächsten Moment wieder zu zerstören um etwas neues
im Song zu schaffen. Stichwort: innovatives Songwriting.
Und wäre das nicht schon genug thront über allem noch die ausgefallene
Stimme von Sänger Cregg, dessen Gespür für Gesangsmelodien beachtlich ist, seine
Arbeit lenkt die Songs immer wieder in eine andere Richtung. Er singt, schreit
und verwendet teilweise sogar Raplastige Vocals, ohne dabei auch nur an irgendeinem
Klischee zu kratzen oder peinlich zu wirken. Produziert hat das ganze GGGarth,
der den Sound mal wieder amtlich verpackt hat, wie man es von ihm gewöhnt ist.
Fraglich an diesem Album ist nur, ob nicht manchmal weniger, mehr ist, und ob
man in manchen Songs nicht einfach zu viel wollte und dadurch den Hörer teilweise
überfordert. Fakt ist, dass jeder mal reinhören sollte, der Gitarrenmusik mag.
Sendt-Bewertung: Note 2