Kaum zu glauben, aber war! Es gibt tatsächlich Bands die ich kenne und von denen ich beeinflusst wurde und gleichzeitig auch mein Vater. Neben den Stones und vielleicht Aerosmith hat diese Vereinigung der Generationen nur der australischen Rock Gigant AC/DC geschafft. War 'Razor's Edge' mein Highlight, so dudelt im elterlichen Hause 'High Voltage'.'Stiff upper lip' ist nun das Lebenzeichen von Angus Young und Kollegen im neuen Millenium.
Soviel Respekt man vor solchen Grössen haben muss, so wenig zählt die Vergangenheit, wenn es um die Gegenwart geht.Es erstaunt nicht, wenn man nach unzähligen Alben selbst neue Songs schon irgendwie kennt und den Eindruck gewinnt sie schonmal gehört zu haben. Auf 'Stiff upper lip' erlebt daher keine Überraschung. Der gleichmäßige Beat der Drums, Variationen von Rock Riffs a la AC/DC und der verschleppte Anfang, der sich langsam zu einem Rocksturm steigern sollte. Genau dort liegt der Hahn begraben. Mag sein das sich unser Verhältniss zur Musik geändert hat und härteren Zeiten angebrochen sind. Doch selbst auf 'Razors Edge' war eine starke Dynamik in den Songs zu hören und zu spüren. 'Stiff Upper Lip' verschläft aber seinen Höhepunkt, die Songs kommen nicht aus der Hüfte. Es groovt und rockt, ja das stimmt, aber die Songs bleiben einfach stecken.Da hätte man nach einer so langen Abstinenz vom Rockgeschäft mehr erwarten dürfen und auch wollen. Denn das die alten Männer von AC/DC kein Saft mehr haben, kann ich beim besten Willen nicht glauben.