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Bethlehem sind irgendwie unerträglich. Unerträglich zumindest für jeden, der sich für einigermaßen intelligent hält, und gerne über Texte sinniert, Bücher liest und auch sonst mit einem kritischen Auge und einem kritischen Ohr durch die Welt geht.
Aber zunächst mal zur Musik: Bethlehem haben musikalisch alles im Griff. Egal ob das rabiatester Black Metal a la Burzum ist ("Dr.Miezo"), oder düsterer, melancholischer Gothic Metal in Richtung Ewigheim und Katatonia ("Aalmutter", "Frl. Deutsch"), oder auch Balladeskes ("Felbel Fittich") und total durchgeknalltes Geknurre ("Knochenkorn"), Bethlehem sind richtig gut. Am ehesten läßt sich die Gesamtheit der Musik wohl mit In The Woods... zu "HEart Of The Ages" – Zeiten vergleichen. Düster, melancholisch, bombastisch, eingängig, aber nicht zu simpel. Der Gesang pendelt stilistisch zwischen Burzum, Das Ich und Katatonia. Es gibt viele ruhige Passagen, die nur aus akustischen Gitarren bestehen. Kurzum, eine CD zum Wohlführen, angenehmen Hören, besonders in der dunklen Jahreszeit.
Wenn, ja, wenn da nicht die Texte wären.
Eigentlich stellt sich nur eine Frage: Was soll das? Kann mir das bitte mal jemand erklären? Es ist nicht so, daß das Verstehen von Metaphern nicht des Rezensenten Ding ist, aber Bethlehem gehen mit ihren Texten doch wenigstens drei Schritte zu weit. Dagegen waren Franz Kafka und Kurt Schwitters Kleingeister, deren primitives Denken sich jedem sofort erschließt.
Manchmal kann man bei Bethlehem das Gefühl haben, sie wollen einem gar nichts sagen, sondern wollen den Hörer nur mit komplett sinnlos aneinandergereihten Worten verunsichern. Auch nach mehrmaligem Durchhören und den Versuchen, die Texte zu verstehen, scheitert man gnadenlos. Man kann nur hoffen, daß in der Verkaufsversion eine 300-seitige Bedienungsanleitung mitgeliefert wird, die einem jeden Zusammenhang erklärt.
Man verliert als offener Mensch, der sich auch gerne mit den Texten auseinandersetzt, aufgrund der kompletten Verständnislosigkeit jedenfalls extrem schnell die Lust, sich weitergehend mit "Mein Weg" zu beschäftigen. Diese CD ist in etwa wie ein völlig verdrehter Zauberwürfel. Man dreht ein paar Minuten lustlos daran herum, nur um ihn danach direkt wieder in die Ecke zu treten, weil man ohnehin keine Chance hat, ihn aufzulösen. Zumindest lernt man, daß die Wirklichkeit keine Tür hat, und die Haselmaus den Tod bringt. Nunja.
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