Kraft, Energie und björk'sche Gesangslinien beschreiben das Debütalbum der, aus Ulm stammenden Rockband wohl am Besten. Alev, so der Name der Frontfrau wie auch Bandname, spielen mit der Rhytmik, wuchtigen Gitarrenwänden und leicht orientalischen Einflüssen. Bestes Beispiel dafür ist die Ballade "Youth (Sleep Well)". Ein gekonntes Spiel zwischen träumerischer akustischer Ruhe, vorsichtigem Spannungsaufbau und explosionsartigen Gitarrenwänden, die einen gegen jene rennen lassen, ähnlich wie es bei "Change (In The House Of Flies)" von den Deftones der Fall ist. Über allem dominiert die Stimme von Alev, deren gesangliches Spiel aus 1000 und einer Nacht immer auf dem schmalen Grad des stimmlichen Einbruchs steht und dann doch wieder kraftvoll aus den Boxen schallt. Vergleiche mit Björk, Sinèad O'Connor oder Tori Amos sind zulässig und unterstreichen abermals die musikalische Extravaganz dieser Band. Nachteilig eröffnet sich jedoch die Erkenntnis, das es Alev leider nicht gelungen ist ein dauerhaft gleichstarkes Album als Debüt zu präsentieren. Ideenreich gestalten sich die elf Songs, wobei bereits erwähntes "Youth (Sleep Well)", "Time Will Show" und "If We Ever (Bügün Degismezsek)" qualitativ sofort überzeugen. Der Rest nagt am Makel der Gleichförmigkeit bzw. des Wiederkehrenden. Aber hossa... für ein Debüt ist "We Live In Paradise" eine sehr ordentliche Arbeit, welche wenigstens aus dem Einmaleins der Rockmusik versucht hervorzustechen.