Ach du lieber Himmel! Blood Brothers sind mehr als anstrengend. Als was soll man diese Musik bloß bezeichnen? Vielleicht als Cyberelelectrohardcoregothic? Man weiß es nicht. Jedenfalls kombinieren Blood Brothers schnelle, harte Gitarren und rasende Akustikparts mit trockenen Drums und unaufälligen Electrosamplen, ähnlich wie Marilyn Manson. Die meisten Songs bewegen sich im Bereich von zwei bis drei Minuten und sind textlich wie musikalisch häufig nur schwer nachvollziehbar, da konfus und übertrieben hektisch. Das, was Blood Brothers allerdings besonders - sagen wir – "herausragen" läßt, ist der Gesang. Stellenweise klingt die Stimme mehr als fehl am Platz. Da wird in einer relativ hohen Tonlage geschrien und der Sänger läßt sich seine Stimme überschlagen, daß es für jede kranke Hardcoreband eine Freude wäre. Dadurch wird das ganze allerdings nicht anhörbar. Man fragt sich, welche physische Schmerzen dem Sänger zugefügt wurden, während er im Studio stand und die Vocals aufgenommen hat. Dieselben Schmerzen jedenfalls werden beim Hören der Blood Brothers CD auch beim Hörer hervorgerufen. Es gibt kaum Struktur in den Liedern, egal ob das langsamere Stücke wie "Love Rhymes with hideous car wrecks" oder totaler Krach wie "My first kiss at the public execution" ist, alle Stücke wechseln unmotiviert zwischen Tempi und Tonarten hin-und her, und der Sänger bekommt – gewollt – keinen einzigen Ton richtig auf die Reihe. Das ist Musik, die ganz eindeutig nur unter einem besonders harten Drogencocktail genießbar ist.