Death Reality aus dem schönen Sachsenland haben sich zum dritten Mal vorgenommen, ihre Vorstellungen einer vielleicht doch nicht so schönen Welt zu vertonen. Die Blutspur, die sie dabei ziehen, ist nicht unbedingt lang, dafür aber umso unmissverständlicher. "Bloodprints" ist das eindruckvolle Ergebnis einer Mixtur aus groovendem Todesstahl und technisch versiertem Riffgemetzel. Unweigerlich dröhnen einem nach den ersten Takten Erinnerungen an die großen Cannibal Corpse im Schädel, ohne dabei konkrete Anlehnungen entdecken zu können. Heißt: Gut selbst gemacht ist besser als schlecht geklaut. Vor allem Sänger Jürgen Naumann besticht durch eigenwillige und konstant druckvolle Vocals. Das flotte Riffing wirkt kreativ und handwerklich solide, wiese an sich aber keine Überraschungen auf. Wäre da nicht die eine oder andere verspielte Melodie, die bröckchenweise in die komplexen Songs eingestreut wird. Für den Liebhaber schöner Weisen nahezu, als würde das Frischgezapfte ständig an einem vorbeigetragen werden, mit dem Unterschied, dass man sich bei Songs wie "Your Epitaph Is Written" sicher sein kann, dass die Mischung stimmt: Mehr wäre weniger. Weniger des bretterndes Geballers, das teils primitiv, teils kunstvoll zu einem interessanten Album verschmolzen wurde. Mit "Ingenios Thoughts" findet sich zudem ein hübsches kleines Akustik- Stück, das auf Vielseitigkeit und die Fähgkeit schließen lässt, durch gekonnt gesetzte Akzente den Kontrast und somit die Qualität der Scheibe zu erhöhen. Irgendwie sind Thomas Westphals Artworks Geschmackssache, in diesem Fall wurde zumindest die blutige Intention recht anschaulich visualisiert. Und schließlich soll man ja hinhören. Der Sound wirkt zwar stellenweise etwas blechern, tut aber auch in erster Linie dem fiesen Werk eines Martin Ryzerski am Schlagwerk gut. Als Fazit bleibt: eine runde Sache mit ausbaufähigen Qualitäten. Seien wir gespannt auf mehr.