Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. So sind gemeinhin übliche Namen für Bands, die sich dem modernen Hardcore oder auch Emocore verschrieben haben oft sehr ähnlich, zumindest wollen das gleiche vermitteln. Meist dreht es sich dabei um eine innere Gefangenschaft oder Zerrissenheit. Buried Inside würde ich zu dieser Sorte Bandnamen schon fast mit dazu zählen, auch wenn in diesem Fall der Bandname wenigstens in der Musik hinreichend umgesetzt wird. Gerade frisch zu Relapse gewechselt starten sie von dort aus gleich mit einer satten tiefgründigen Scheibe. "Chronoclast" öffnet mit einer "Introduction", welche den Namen wahrlich verdient hat, weil kaum besser auf den Titel "Time As Ideology" übergeleitet werden kann. Die Zeit an sich spielt auf diesem Album eine übergeordnete Rolle, so dass man "Chronoclast" eigentlich als Konzeptalbum zum Thema Zeit sehen könnte. Ähnlich wie der Begriff der Zeit an sich aus verschiedensten Perspektiven unterschiedlich gesehen werden kann verhalten sich auch die Songs von Buried Inside, die von fast klanglosen Passagen direkt in monumental anmutende Hardcoreergüsse wechseln, wie man es eigentlich nur von Bands wie Neurosis oder Isis kennt. Mathematisch aber nicht gefühllos gelangt man von einer Zeitzone in die nächste, wobei das Thema der Introduction in der Mitte des Albums als "Reintroduction" wieder aufgenommen wird. Da die Songs hintereinander und ohne Unterbrechung gespielt eine Einheit ergeben, werden langsam Erinnerungen an diverse klassische Musikstücke wach, bei denen die Wiederaufnahme des ursprünglichen Themas und dessen Veränderung üblich und gewollt war. Bei einem solchen Album ein einziges Stück herauszuheben ist wohl kaum möglich, weil Chronoclast als Ganzen betrachtet werden sollte und auch nur so seine vollkommene Wirkung erzielen kann. Diese Scheibe wird noch lange Zeit immer wieder mal in meinem CD-Player landen. So viel steht fest.