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British Sea Power sind optisch eine ähnlich schizophrene Angelegenheit wie ihre Kollegen von Clinic:
Beide Bands betreten Bühnen entweder in voller "Kampfmontur" - Clininc in Chrirugenanzügen, BSP selbstredend in antiken Marineuniformen - oder in Alttagskleidung. Berlin bekommt heute leider Variante zwei und so betreten kurz vor 23 Uhr fünf unauffällig aussehende Personen die Bühne des ausverkauften Mudd Clubs.
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Die urbane Stylishness von Interpol geht BSP genauso ab, wie DER charismatische Frontmann. Die entscheidende Assoziation liefert allerdings der Monitor der Digicam, auf dem ich Teile des Gigs verfolge: Dessen kühl-monochrom strahlende Bilder erinnern verdammt an alte Joy Division Aufnahmen:
Stinknormal aussehende Menschen, die allerdings eine absolut manische Ausstrahlung haben, welche keinen Zweifel dran lässt, dass sie ziemlich weit für ihre Visionen gehen würden.
Diese Band agiert als Einheit - hier geht es nicht darum Coolness zur Schau zu stellen, hier wird gespielt - regelmäßiges Instrumentetauschen bestätigt den Eindruck.
Los geht es mit "Apologies to insect life" einem eher untypischen Stück, welches auch das Debüt "The Decline of British Sea Power" eröffnet und schroff punkig ist. Die Band wirkt noch etwas unsicher, Sänger Yan klingt live noch stärker nach Alex Harvey und als das Publikum seine "Wie geht's" Frage eher zaghaft beantwortet, lacht er: "Ihr lügt - das kam nicht von Herzen!"
Erste Höhepunkte folgen jedoch schnell: "It ended on an oily stage" die neue Single (NME Single der Woche) und ein guter Indikator für den neuen, poppigeren BSP Sound. Die schroffen Klippen werden umschifft, aber das ganze klingt immer noch genauso toxisch melodisch und intensiv. Schnell hintereinander dann zwei alte Klassiker: "Remember Me" und "Carion" - zwei absolute Killernummern, vorangetrieben von flirrenden Gitarrenriffs, wie geschmolzenes Glas und ausgestattet mit infektiösen Refrains.
Das Publikum ist fasziniert, reagiert aber leider nicht angemessen - ein Großteil hört die Songs gerade zum ersten Mal.
Es folgen einige weitere neue Songs, bei erster auraler Begegnung bestätigen sie den Eindruck der Single - die Band ist zugänglicher aber nicht glatter geworden - und machen neugierig auf das komplette Album. Wie gesagt: "Open Season" erscheint am 4. April und in diesem Raum sind maximal fünf Menschen, die die Chance hatten, es vorab zu hören - ich gehörte leider nicht dazu.
Das Eis bricht endgültig bei einem Song vom "Decline" Album, dem epischen "Lately", welches als lyrischer fünf Minutensong beginnt, sich dann aber zu einem zwölf Minuten Monster aufbaut und in purem, ohrenverbrennenden Feedback endet. Das Publikum beklatscht dann auch artig das vermeintliche Ende - sie kennen den Song nicht und haben keine Ahnung, was jetzt gleich passieren wird:
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