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Abgesehen von orientalischen Einflüssen finden sich bei den Strange Sensations auch einige elektronische Experimente, die Robert Plant viel Freude bereiten. " Die ersten Schritte in diese Richtung kamen durch die Arbeit John Baggots mit Portishead und Massive Attack. Er ist eigentlich ein wahnsinnig guter Jazzpianist, aber wir erlauben ihm nicht so zu spielen. Er verfügt über eine große Auswahl an organischen Sounds und er perfektioniert diese. Damit hat die Band eine gute Kombination gefunden, mit ihm fühle ich mich wie in einer Art Techno-Ding und auf der anderen Seite steht Skin an der Gitarre und spielt den klassischen Sechziger Jahre Westcoast-Sound, ein sehr filigranes Harpeggio. Dieser Kontrast ist es, der die Band ausmacht."
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Aufgenommen wurde das neue Album in Bath in den "Riverside Studios", einem kleinen, sehr unbekannten Studio mit einem laut Plant großartigen Tontechniker. "Wir haben einige Aufnahmen sogar in der Garage von dem Typen gemacht. Die Umwelt, in der wir gespielt haben, hat uns geholfen einen allumfassenden Sound zu kreiren, auch wenn sich die Tracks komplett unterschiedlich anhören haben sie dadurch eine kleine Gemeinsamkeit."
Neben all den musikalischen Neuerungen stehen die reflektierenden, oft kritischen Texte Robert Plants. So findet er in "Takamba" harte Worte für die Politik der britische Regierung unter Tony Blair - von aktuellen Ereignissen geprägt hält er vieles für Lüge im "52nd State" unter amerikanischem Einfluss. In "Freedom Fries" kritisiert er allgemeines Machtverhalten ("Freedom fries and burns and scars/The liberator goes too far/Freedom fries and screams and yells/The promised land is promised hell"). Robert Plant scheint sich aufgrund seines Alters und seiner Erfahrung oft als außenstehender Beobachter zu sehen. "Jede Generation hat ihre Höhepunkte, danach tritt man einen Schritt zurück und sieht zu, wie die Dinge sich entwickeln. Wenn man älter wird kommt man automatisch in die 'Beobachter-Generation'. Sowohl allgemein, als auch auf Musik bezogen. Wenn man sich zum Beispiel die ganze Entwicklung der Popmusik und des Musikfernsehens ansieht, merkt man schnell, dass alles immer mehr Industrie geworden ist und schnell Karrieren zusammengeschustert werden. Für mich haben sich die Erwartungen an das Leben geändert. Man sieht irgendwie von Außen zu."
Aber trotz der selbst zugeschriebenen Beobachterrolle denkt Plant noch lange nicht ans aufhören. "Warum sollte ich?! Nein - ich spiele bald hier in Berlin und bin sehr gespannt darauf. Diese Band bietet die größtmögliche Kombination an Möglichkeiten für mich. Das ist genau das, was ich jetzt brauche." Die leidige Frage nach einer irgendwann wiederkehrenden Zusammenarbeit mit Jimmy Page - wie einst in den Neunzigern - beantwortet sich damit von selbst, trotzdem betont Robert Plant nochmals: "Hört sich das alles hier etwa danach an?! Man macht DIES nicht, um etwas anderes zu machen!" Eine klare Ansage an den anderen Altmeister des Rock, mit der aber zu rechnen war. Der "Mighty Rearranger" dürfte wohl trotzdem gut ankommen - auch bei alten Led Zeppelin-Fans.
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