whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
Musikmagazin - Home whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin
whiskey-soda Musikmagazin zur Startseite whiskey-soda Musikmagazin zur Story Seite whiskey-soda Musikmagazin zur Rezensionen Seite whiskey-soda Musikmagazin Livekonzerte und -Interviews whiskey-soda Musikmagazin Community und Forum whiskey-soda Musikmagazin whiskey-soda Musikmagazin einfach mal suchen whiskey-soda Musikmagazin
News   
Reviews   
Stories   
Live (WS-TV)   
WS Präsentiert   
Forum   
Facebook   
Story-Archiv   
 

      registrieren  

Return From The Shadows
Within Silence
Return From The Shadows
(Metal)

Forn
Kaunan
Forn
(Mittelalter)

III
Makthaverskan
III
(Post-Rock)

Get Ready For The Getdown
Sweetkiss Momma
Get Ready For The Getdown
(Rock)

To The Gallows
Desecrator
To The Gallows
(Thrashmetal)

Emotional Tattoos
Premiata Forneria Marconi
Emotional Tattoos
(Pop)

Californisoul
Supersonic Blues Machine
Californisoul
(Rock)

Grau
Illegale Farben
Grau
(Punk)

In This Moment We Are Free
Vuur
In This Moment We Are Free
(Progressive Metal)

Live At The Hollywood Bowl
Jeff Beck
Live At The Hollywood Bowl
(Rock)



Diorama und VNV Nation - Zwischen Anspruch und Technodisco

Mit VNV Nation und Diorama hat sich ein Package zusammengefunden, welches gleichermaßen die Lust auf stampfende Elektronik und die Lust auf anspruchsvolle Musik erfüllt. Dementsprechend war das Berliner Kesselhaus brechend voll, es bildete sich eine lange Schlange vor dem Eingang, die von den Gästen der gegenüberliegenden Bierkneipe mit zunehmendem Erstaunen betrachtet wurde.

War es doch ein extrem durchmischtes Publikum, daß da vor der ausverkauften Halle wartete, vom Die-Hard-Electro-Freak über den klasschischen Metaller bis hin zu optisch ganz durchschnittlichen Menschen war alles vertreten, was gerne mal anspruchsvolle Livemusik zu sehen bekommt.
Soman allerdings, Opener für die beiden Bands, war eher der Kategorie Techno zuzuordnen. Ein Mann am Computer, eine Hand am Kopfhörer erfüllte das Einmannprojekt Soman jedes Klischee des Techno-DJ's, und entsprechend war die Musik. Genauso nahm das Publikum das übrigens auf, es wurde nicht geklatscht, sondern hier und da bewegte man sich im Takt, ansonsten schien Soman für die meisten eher Hintergrundmusik zu sein, die halt live performt wurde. Man hätte sicherlich einen schlechteren Opener wählen können, aber eigentlich hätte man bei einem Hammerpackage wie Diorama und VNV Nation auch die dritte Band einfach weglassen können und den beiden Hauptacts jeweils 20 Minuten mehr Spielzeit einräumen sollen.

Diorama dann wurden schon sehr viel mehr bejubelt – und zurecht. Was die Band da anbot, war perfekte Livemusik. Sänger Thorben und Keyboarder Felix sangen permanent zweistimmig, was ja schon auf den Diorama- CD's so wunderschön wirkt, und auch live gab das der Musik ungeahnten Druck. Die traurig-melancholischen Melodien wurden dem Publikum bis ins kleinste perfektioniert dargeboten. Die meisten Stücke wurden etwas schneller interpretiert als auf Platte, die Beats wurden etwas lauter gedreht, so daß ein hypnotischer Breitwandsound entstand. Ähnlich perfektionistisch wie auf "Amaroid" gingen Diorama auch live zu Werke. Die Konzentration auf Musik und den (wer das kann, weiß wie schwer das ist!!) dauerhaft zweistimmigen Gesang ließ allerdings die Kommunikation mit dem Publikum auf einen Nullpunkt schrumpfen. Thorben bewegt sich gut auf der Bühne, steigert sich in seine Musik hinein, ist aber - vor allem im Gegensatz zu Ronan Harris von VNV Nation – kein Entertainer. Dennoch war das Publikum glücklich und zufrieden. Egal, ob Diorama nun neue Stücke wie "Friends We Used To Know", den Opener "Logic Friends" oder "The Girls" darbot, oder älteres Material wie den Überhammer "Howland Road" und "Her Liquid Arms", der Auftritt wurde von den Fans eingesogen, und aufgrund der hypnotischen Wirkung dieser Musik war auch die etwas ausbleibende Tanzfreudigkeit des Publikums nur allzu verständlich.

 

Man wiegte sich mit geschlossenen Augen zu dieser fabelhaft emotionalen, perfekten Musik, die Diorama dort anbot. Keine Frage, Diorama sind momentan wohl eine der besten Bands überhaupt. Das haben sie auch live nachdrücklich bestätigt. Wenn man das Gefühl hat, eine Band könnte noch Stunden so weitermachen, dann haben die Jungs alles richtig gemacht.

Nach einer kurzen Pause, in der erst einmal der Kreislauf der Begleitung auf Vordermann gebracht werden mußte, durften dann die irisch-britische Koproduktion VNV Nation ran. Mit großem optischen Aufwand, unter anderem mit zwei riesigen Leinwänden und Bildprojektoren traten VNV Nation auf die Bühne. Man benutzt Apple-Computer, und neuerdings auch E-Gitarren und ein Schlagzeug. Dementsprechend druckvoll war der Sound von der ersten Sekunde an, als der Set mit der neuen Single "Chrome" eröffnet wurde. Dieser grandiose Song sollte allerdings – wenn man den Auftritt objektiv betrachtete und sich nicht von den unglaublich mitreißenden Beats einfangen ließ – das einzige wirkliche Highlight des Abends bleiben. Der Sound war extrem rhythmuslastig, es schien fast, als wären alle Melodien aus den Stücken zugunsten von mehr Bass herausgestrichen worden. Dadurch entstand wiederum eine sehr technoide, delirierende Atmosphäre, die beim Publikum unglaublich gut ankam. "Laßt mich Eure Hände sehen" brüllte Ronan Harris fast scootermäßig ins Publikum – und dem gefiels. Die Halle bebte unter den tanzenden Füßen einer Meute, die von der Band perfekt im Griff gehalten wurde. Egal ob nun neues Material wie "Arena", ganz altes Material wie "Joy" oder auch Stücke wie "Standing" und "Dark Angel" von der mit Abstand besten VNV Nation-Produktion "Empires", die Leute rasteten durchweg aus. Da die offensichtlich angestrebte Gleichförmigkeit im Sound von VNV Nation dem technoiden Charakter nur zuträglich war und die Fans offensichtlich genau das erwarteten, blieb die hohe Qualität der "Musik" aus. Ein neutraler Betrachter, der eher zu anspruchsvoller Muik wie Dioreama tendiert, war jedenfalls nach spätestens einer Stunde gequält und genervt, insbesondere, wenn man VNV Nation eigentlich schätzt, und weiß, wie die Stücke auf CD klingen.

Hinzu kam, daß Ronan Harris – im Gegensatz zu Diorama – seine Stimme live kaum im Griff hat, stellenweise röchelt, als wäre er Sänger einer schlechten Thrashmetal-Band und die Melancholie, die er auf CD ausdrücken kann, in keiner Sekunde einzufangen weiß. Das wurde mit übersprühenden Entertainerqualitäten abgedeckt, der Grad der Kommunikation mit dem Publikum war permanent hoch, und gesprächig war er auch noch. Wahlhamburger ist er, und stolz drauf. Als er dann nachfragte ob Bayern oder Sachsen anwesend seien, schalltem ihm wie in Berlin nicht anders zu erwarten Pfiffe entgegen, die er lächelnd mit einem "Wenn neben Euch einer steht, der mit schlechtem Akzent spricht, dann sagt ihm jetzt: Hey, ich liebe Dich!! Ich warte!!" quittierte. So ging das insgesamt eineinhalb Stunden, bis das Publikum (und die Band) total fertig waren und sich nicht mehr bewegen konnten. Fazit: ein VNV Nation-Set ist genauso anstrengend und anregend wie eine durchtanzte Nacht im Technoclub. Wer alllerdings anspruchsvolle Livemusik wollte, hätte nach Diorama gehen sollen.


 

auf Facebook empfehlen/teilen       Artikel drucken

The Wendigo
© 04/2005 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Diorama

Homepage:
- Diorama

Artikel:
- Diorama und VNV Nation - Zwischen Anspruch und Technodisco

Rezensionen:
- The Art Of Creating Confusing Spirits
- Amaroid
- Repale
- Even The Devil Doesn't Care
- Zero Soldier Army

Kurzinfos: VNV Nation

Homepage:
- VNV Nation

Artikel:
- Diorama und VNV Nation - Zwischen Anspruch und Technodisco
- VNV Nation - Musik kann die Welt verändern!

Rezensionen:
- Futureperfect
- Matter And Form
- Judgement
- Of Faith, Power And Glory
- Automatic

Kurzinfos: Soman

Homepage:
- Soman
- Soman-MySpace

Rezensionen:
- Re:Up


whiskey-soda RSS Feed

FACEBOOK

YOUTUBE

CD des Monats 09/17
Walter Trout - We're All In This Together

Walter Trout - We're All In This Together


alle Reviews hier



   
Seite/ Inhalt gefällt mir
whiskey-soda als Bookmark bei: Mr. Wong whiskey-soda als Bookmark bei: Webnews whiskey-soda als Bookmark bei: Facebook whiskey-soda als Bookmark bei: Icio whiskey-soda als Bookmark bei: Linkarena whiskey-soda als Bookmark bei: Favoriten whiskey-soda als Bookmark bei: BoniTrust whiskey-soda als Bookmark bei: Favit whiskey-soda als Bookmark bei: Linksilo whiskey-soda als Bookmark bei: Readster whiskey-soda als Bookmark bei: Folkd whiskey-soda als Bookmark bei: Yigg whiskey-soda als Bookmark bei: Digg whiskey-soda als Bookmark bei: Del.icio.us whiskey-soda als Bookmark bei: Reddit whiskey-soda als Bookmark bei: StumbleUpon whiskey-soda als Bookmark bei: Blinklist whiskey-soda als Bookmark bei: Technorati whiskey-soda als Bookmark bei: Newsvine Information

Home | News | Stories | Reviews | Live | Forum | Community | Impressum | B2B | Newsarchiv | Storyarchiv | Reviewarchiv | 1995-2016 © whiskey-soda.de