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Michael Popp ist ein vielbeschäftigter Musiker. Zur Zeit ist die Konzentration allerdings voll auf QNTAL gerichtet. Ansonsten schreibt er Musik für das Theater oder ist gemeinsam mit Syrah mit der Mittelalterformation Estampie unterwegs.
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Auch wenn es sich um zwei ganz unterschiedliche Projekte handelt, merkt man beiden doch an, dass sie zum Teil aus einer Feder stammen. "Qntal wird auf jeden Fall von der Arbeit mit Estampie beeinflusst, die ganzen mittelalterlichen Elemente spielen ja bei beiden eine große Rolle. Und beide Projekte haben die selbe Sängerin, da gibt es schon Parallelen, wobei das, was wir mit QNTAL machen schon auch eine ganz andere Musik ist. Das funktioniert ganz anders, sowohl intern der Prozess wie die Musik entsteht, als auch was die Wirkung nach Außen hin betrifft - es ist eben eine ganz andere Art zu spielen."
Diese andere Art zu spielen stieß noch eine gute Viertelstunde zuvor im Konzertkeller der Matrix auf offene Ohren. Jetzt sitzt Michael Popp entspannt im Backstageraum und startet den ersten Versuch, Feuer für seine Menthol-Zigarette zu bekommen, doch leider hat die Interviewerin aber vor geraumer Zeit das Rauchen aufgegeben. Also kein Feuer. Mit der nicht brennenden Zigarette in der Hand, erzählt er erst mal vom gerade gelaufenen Konzert. Dieses Mal durften sich die angereisten Fans unter anderem über eine Änderung auf der Bühne freuen. Anstelle von Beats aus der Konserve wurde an vielen Stellen ein echtes Schlagzeug eingesetzt. "Der Schlagzeuger hat jetzt erst das zweite Konzert mit uns gespielt, aber das wird auch noch eine feste Einrichtung. Wir haben gemerkt, dass die Musik so ein bisschen mehr Bewegung bekommt. Wir wollen jetzt auf den Konzerten herausfinden, was er da genau machen wird, es ist noch nichts hundertprozentig. Die ruhigen Stücke sollen selbstverständlich ruhig bleiben, der Rest soll etwas mehr Drive kriegen. Ein Live-Schlagzeug hat tatsächlich mehr Biss - das ist von Vorteil, da spielen wir auch ganz anders."
QNTAL entwickeln sich also musikalisch weiter. Zu einer derart kreativen Band zu gehören, heißt für Michael Popp auch, dass das Leben hauptsächlich durch die Musik geprägt ist. "Es macht mir Spass, Musik auszuprobieren - das ist sozusagen mein Lebensinhalt. Es gibt zwar hin und wieder auch Tage ohne Musik, aber selten. Ich beschäftige mich sogar so viel mit Musik, dass ich fast gar nicht selber dazu komme, Musik zu hören. Wenn ich Musik höre, dann sehr selektiv. Ich bin auf keine bestimmte Stilrichtung festgelegt. Für mich ist Musik sowieso kein Unterhaltungsmedium, sondern ein Informationsmedium. Ich geniesse das Analysieren. Es geht gar nicht mehr anders, man hört, wenn man sich auskennt, automatisch was für Harmonien verwendet werden. Es ist für mich eine Informationsquelle, wie andere Musik machen - es gefällt mir aber auch."
Dabei ist es wohl naheliegend, dass er mit dem aktuellen Dudelfunk mit dem "Besten aus den 70ern, 80ern, 90ern und von heute" nicht besonders viel anfangen kann. "Das einzige, was ich mir wirklich überhaupt nicht anhören kann, ist Mainstreamradio, was da so in der Rotation läuft macht mich völlig wahnsinnig - das halte ich für ganz üble Umweltverschmutzung. Es macht die Leute völlig fertig, du verlernst ja das Hören wenn du dauernd mit irgendwelchen Dingen vollgeknallt wirst, das ist einfach ganz schrecklich. Aber ich bin da nicht ohne Hoffnung, ich glaube schon, dass sich manche Dinge in Zukunft wieder ändern werden. Die Musikszene ist letztlich ja doch sehr sehr vielseitig - trotzdem dominiert eine bestimmte kommerzielle Richtung - es gibt viel Mist, aber auch viel anderes. Nachrichten oder Wortradio höre ich mir hingegen sehr gerne an und meistens haben die Sendungen mit guten Wortbeiträgen auch gute Musik dabei."
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