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Roskilde 2005 - Velvet Revolver , Tocotronic

Es fing wirklich gut an, nachdem ich noch am ersten Abend Festivalgelände und die Campingplätze gecheckt hatte, beschloß ich, die Stadt Roskilde zu besuchen, denn für die dortigen kulturellen Angebote würde keine Zeit mehr sein, wenn dass Festival erstmal an gefangen hatte. So machte ich mich am ersten Morgen – frisch geduscht und übermotiviert – auf den Weg, keine fünf Minuten später jedoch (ein seltsames Geräusch von oben) und ... Pflatsch! Mövenkot in größerer Menge auf T-Shirt und Arm – Herzlich willkommen in Dänemark! Aber sooooo schlimm wurde es dann letztendlich doch nicht.

Die 35. Auflage des dänischen Roskilde-Frestivals beginnt am 29. Juni, einem Sonntag. Bis zum Mittwoch findet das sogenannte "Warm Up" statt, das heißt es gibt massiv Gelegenheiten an Aktivitäten auf dem Zeltplätzen teilzunehmen und (meist skandinavische) Bands im Pavillon zu sehen.
Der Pavillon ist auch das einzige Stück des Festivalgeländes, welches vor Donnerstag 17 Uhr für die Besucher zugänglich ist.
Der Rest ist abgesperrt und nur mit speziellem Armband zu betreten, während draußen schon eifrig gefeiert wird, herrscht hier hektische Betriebsamkeit, trotzdem wird es in den nächsten Tagen auf dem Festivalgelände nie mehr so ruhig zugehen wie jetzt.
Und es ist natürlich immer schön, anderen Menschen bei der Arbeit zuzusehen, während man mit Kaffee auf einem Platz sitzt, der noch grün ist, sich jedoch binnen einer Woche in braun verwandelt haben wird, allerdings haben die Felder vor Roskilde ja danach wieder ein ganzes Jahr Zeit, neues Grün aufzubauen!
Was man übrigens auf dem gesamten Festival an Kaffee angeboten bekommt, ist eine unverschämte braune Brühe, aber Hauptsache man hat einen Vertrag mit der Brauerei Tuborg, wer geht schließlich schon auf ein Rock'N'Roll-Konzert um Kaffee zu trinken. Etwa Redakteure von deutschen Online-Magazinen?

 

Weiter im Text:
Roskilde hat sechs Bühnen, die große "Orange-Stage", ist eine klassische Open-Air-Bühne, die anderen fünf sind aufgebaut wie Zirkuszelte, also Wetter unabhängig – aber das Wetter wird in den nächsten Tagen überhaupt keine Probleme machen. Die "Arena" ist so groß wie eine große Konzerthalle, "Metropol" und "Ballroom" sind etwas kleiner, "Odeon" und "Pavillion" noch kleiner.

Am Donnerstag den 30.Juni um 17 Uhr ist es dann soweit, das Festivalgelände wird geöffnet und die ersten Besucher werden feierlich empfangen, ab jetzt verwandelt sich der Platz in eine Mischung aus Rummelplatz und Kommune ... ach ja und fast immer spielt gerade irgendwo eine Band! Der Traum von Rock und allem was dazugehört, wird hier zumindest vier Tage lang sehr ernst genommen.
Aber ich bin ja hier, um zu arbeiten, also pflichtbewusst gleich um 17:30 Uhr zum ersten Konzert, Athlete aus London, welche sich schnell als zweite Liga entpuppen, es wird vielleicht Zeit, dass die Welle langsam mal abebbt, denn wir sind an dem Punkt, an dem zunehmend Mist hochgespült wird.
Um 20 Uhr geht es dann aber richtig los, allerdings hat man die Qual der Wahl, denn Velvet Revolver spielen fast zeitgleich mit Sonic Youth. Die Wahl fällt auf Velvet Revolver, denn wir wollen natürlich sofort die Sicherheitsbedingungen vor der "Orange-Stage" austesten, genau hier nämlich sind im Jahre 2000 neun Menschen bei einem Pearl Jam-Auftritt ums Leben gekommen.
Links von der Bühne erinnert nun ein monumentaler Marmorblock mit der Aufschrift "How Fragile We Are" an das Unglück, um ihn herum sind neun einzelne Steine gruppiert, egal, was sonst überall geschieht; die Ruhe dieses Denkmales hat wirklich jeder respektiert!

Der Schock saß damals tief bei den Veranstaltern und Besuchern, immerhin hatte Roskilde als eines der sichersten Festivals überhaupt gegolten, die Security entwickelte deshalb zügig ein neues Sicherheits-Konzept: Bei den beiden größten Bühnen, dem "Orange" und der "Arena" sind die Bereiche direkt vor der Bühne abgesperrt und nur von zwei Seiteneingängen begehbar, an beiden steht eine Ampel, solange die grün ist, kann man rein, ist sie rot, muß man warten, bis genügend Leute raus gekommen sind. Nach jedem Gig wird dieser Bereich komplett geleert und gesäubert.

 

Als ich mich also eine Stunde vor Konzertbeginn in die Schlange stelle, geben "Duff McKagan" und "It's So Easy"-Rufe bereits die Richtung an, prompt stellen sich ein paar ganz Unentwegte später direkt vor die Bühne und halten ein übergroßes, von oben deutlich sichtbares "Where's Axl?" Schild hoch.
Mit zehn Minuten Verspätung geht es dann los, die Band steigt ein mit "Train Sucker Blues", Duff und Slash haben sichtbar Spaß, sprinten auf und ab, posen nebeneinander.
Sänger Scott Weiland gibt sich zunächst weniger volksnah, er bleibt cool, erscheint wiederum mit SS-Mütze, Lederweste, verspiegelter Sonnenbrille und einer knallengen Lederhose, die seine dürren Beine schön unterstreicht.
Die ganze Aufmachung hat etwas bizarres und es wird nicht besser, als er sich später mit nacktem, ausgemergelten Oberkörper präsentiert. Reichsparteitag in Dänemark? Sicher ist Weiland kein Nazi, aber diese Kappe wirkt doch sehr, sehr seltsam. Es ist nicht auszudenken, was los wäre, würde eine deutsche Band auf so eine Idee kommen würde!
Wie bereits das Album ist auch der Auftritt zwiespältig, pendelt permanent zwischen der Gefahr in hohle Stadiumposen abzudriften und echtem Engagement, Velvet Revolver haben sich noch nicht so recht entschieden.
Sehr schön ist beispielsweise der Moment, als Scott Weiland nicht nur plötzlich von der Bühne springt, sondern noch einen draufsetzt und sich zur "Freude" der Security ins Publikum tragen läßt ("Can you guys take me up?") und von dort aus eine Rede zum Thema "Rock N'Fuckin' Roll" hält.
Das wirkt auf naive Weise aufrichtig (speziell weil ein paar Leute ständig versuchen seine Nase mit ihrer Fahnenstange zu berühren) und bricht das Eis, das vorher eher reservierte Publikum, geht jetzt mit.

Die Ex-Junkie-Top-Drei:
Auf Platz Eins eindeutig Slash:
Egal, was er seinem Körper in den Achzigern so alles zumutete, jetzt steht er da oben, braungebrannt und durchtrainiert, mit einem kleinen Bäuchchen. Brachte ihm früher ständig ein Roadie neue, schon angezündete Marlboros auf die Bühne, rauchte er diesmal während des ganzen Gigs nur eine einzige Zigarette. Und bei der Zugabe (Pink Floyd's "Wish You Were Here") setzte er sogar seinen legendären Zylinder auf.
Platz Zwei: Duff McKagan.
Ebenfalls fit und durchtrainiert, allerdings haben die Exzesse Spuren in seinem Gesicht hinterlassen, die kein Fitness-Studio der Welt beseitigen kann. Rührend zu sehen, wie er sich bei jedem einzelnen Bass-Wechsel bei seinem Roadie bedankt!
Platz Drei geht dann an Scott Weiland.
Er sieht wirklich wie ein Ex-Junkie aus, spindeldürr und leichenhaft, aber aus genau diesen Zutaten zieht er einen großen Teil seines Charismas, das Publikum nennt er nur "Motherfuckers"

Interessant wird es, wenn Velvet Revolver den Fundus ihrer Ex-Bands plündern, hier kann man sehr schön den Unterschied zwischen stilbildenden und netten Songs sehen: Während nämlich die Stücke des Guns´n´Roses-Debuts "Appetite For Destruction" auch nach 18 Jahren schön dreckig klingen, merkt man den Stone Temple Pilots-Songs deutlich ihre Entstehungszeit an. Kurioserweise funktionieren letztere allerdings besser, "Sex Type Thing" klang nie besser als mit Slash an der Gitarre, von Guns´n´Roses-Material sollte man dagegen vielleicht besser die Finger lassen, denn auch wenn es musikalisch wunderbar hinhaut: Den ätzenden Zynismus einer Nummer wie "It's So Easy" – welche zur Freude des Publikums dann tatsächlich gespielt wurde – kann einfach nur eine einzige Person überzeugend bringen und Ihr wisst, wen ich meine!

Nach 75 Minuten ist der Spuk vorbei, die Bedingungen vor der Bühne waren optimal und das obwohl der Bereich voll war, es gab genügend Zwischenraum, niemand drängelte, alles war entspannt, ein Eindruck, der sich in den nächsten vier Tagen ständig bestätigen wird. Schade nur, dass ich später von mehreren Leuten erfahre, dass Sonic Youth zeitgleich ein hammerhartes Konzert gespielt haben sollen, aber man kann ja nun mal nicht überall sein. Eine der Grunderkenntnisse in Roskilde, denn es spielen 160 Bands!

Trotzdem man kann es natürlich versuchen, und so sprinte ich über das Gelände zum rappelvollen "Odeon", wo Le Tigre bereits seit zehn Minuten auf der Bühne stehen und eine hochenergetische Show abliefern. Das Publikum ist sichtlich fasziniert, leider muss ich kurz vor dem Ende wieder los, um Tocotronic zu erwischen, die um 22.30 Uhr im kleinen "Pavillion" spielen. Das hätte ich mir vielleicht besser ersparen sollen, denn das Konzert wirkt farblos, die Band wirkt unglamourös und uncharismatisch.
An einem Abend, an dem man optische Magneten wie Velvet Revolver oder Le Tigre live gesehen hat, sollte man sich nicht Tocotronic ansehen. Vier durchschnittliche Studenten, die sich auf eine Bühne verirrt haben, versteht das bitte nicht falsch, die Band ist schon in Ordnung, aber an diesem Abend nervte mich die sensible Pose von Sänger Dirk und ich beschloß, dass morgen auch noch ein Tag ist!


 

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