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Roskilde 2005 - Foo Fighters, The Raveonettes, Duran Duran

In Ordnung, schon der dritte Tag und ein Tiefpunkt, denn er bringt für mich mit The Raveonettes nur ein interessantes Konzert, ansonsten Mehreres, was ich aus Pflichtbewußtsein anschauen werden, entsprechend unmotiviert stehe ich am Morgen unter der Dusche. Aber es kam dann zum Glück doch anders!

16 Uhr, Fantomas in der "Arena", Mike Patton (Faith No More), King Buzzo (Melvins) und Dave Lombardo (Slayer) bringen ihre komplexen Klänge traumwandlerisch auf die Bühne, noch das kleinste Detail sitzt am richtigen Platz. Ganz kurz ist diese Präzision faszinierend, doch bereits nach 15 Minuten hat man ausgestaunt und ist in der Region, in der Musik nicht mehr als Form der Kommunikation wahrgenommen, sondern zum Selbstzweck degradiert wird, der Künstler im Elfenbeinturm, L'art pour l'art. Ein Austausch mit dem Publikum findet nicht statt und als direkt vor mir ein Mädchen ohne sichtbaren Grund umkippt, verlasse ich den Ort des Geschehens, da ich keine Lust mehr habe, Menschen dabei zuzusehen, wie perfekt sie doch ihre Instrumente beherrschen. Angeber!
Um 19 Uhr dann wieder mal "Orange", Dave Grohls Foo Fighters treten auf und da ich früh dran bin, stelle ich mich in die Schlange, um direkt vor die Bühne zu kommen. Der Gig, an den ich überhaupt keine Erwartung hatte und den ich mir aus purer Neugier anschaute, entpuppte sich als ein absoluter Höhepunkt, vielleicht sogar als das beste Konzert auf der "Orange"-Stage 2005, der Kollege von der TAZ würde später zwar von den "stumpfen Foo Fighters" schreiben, aber stumpf ist höchstens seine Wahrnehmung. Nevermind!

Grohl und Band verausgaben sich voll, zum Glück ohne dabei in die auf einer Bühne dieser Größe überall ausliegende Fußangel namens "Stadienrock" zu treten (das erledigen dann Stunden später die Männer von Duran Duran), die Songs explodieren frisch und kompakt. Mitten im Set sprang Dave abrupt von der Bühne, rennt durch den Mittelgang zum Sicherheitsturm, klettert hoch, bis er auf dem Dach steht und von dort aus Band und Publikum dirigiert, alles mit Gitarre in der Hand. Der Geist von Nirvana schwebt während des ganzen Auftrittes über Roskilde, Grohl liefert eine Reminiszenz: "Ich war schon mal hier...vor 13 Jahren oder so, ich hab keine Ahnung. Aber das war mit 'ner anderen Band!" Der Name bleibt unerwähnt! Nachdem er sich kreuz und quer durch zehn Jahre Foo Fighters gespielt hat (die erste Single "This Is A Call" erschien im Juni 1995), schickt er seine Band backstage, um nur mit Gitarre "Doll" vorzutragen, die riesige Menge wird dabei deutlich ruhig.

 

Die Band kommt zurück, es folgen "This Is A Call" und "Monkeywrench" und dann ist es auch schon vorbei, eine Zugabe gibt es nicht!

Roskilde ist eine absolute Reizüberflutung, kaum hat man ein schönes Konzert gesehen, muss man schon zum nächsten und kann die Eindrücke gar nicht richtig verarbeiten und das ist nur der musikalische Input, denn um ein herum sind ständig mehrere tausend Menschen, von denen auch Reize ausgehen. Um also den tollen Eindruck der Foo Fighters noch etwas nachklingen zu lassen, gehe ich diesmal langsam zum "Pavillon", ja, ich weiß, das Konzert von Dresden Dolls läuft bereits seit 20 Minuten, aber trotzdem! Ein kurzer Blick auf die Bühne, Amanda und Brian haben eine tolle Bühnenpräsenz und ich setze mich mit einem Bier auf die Wiese vor dem "Pavillon", während die Musik von den Dresden Dolls durch die Abendsonne, fließt, die Band spielt gerade "Coin Operated Boy", dann eine gewagte, aber absolut gelungene Version von "War Pigs" (Black Sabbath). Mit der Ankündigung "See you tonight at Duran Duran!" endet der Auftritt. Auf CD ist die Band (noch) nicht so wirklich überzeugend, aber live sind sie sehr unterhaltsam. Nach dem Auftritt mischen die beiden sich kurz unters Volk, müßen dann jedoch feststellen, dass sie nicht mehr in den Backstage-Bereich zurück können, der ist nämlich mittlerweile von einer Traube Teenager umlagert, die die Hidden Cameras treffen wollen. Doch man nimmt es mit Humor und stellt sich geduldig in die Schlange.

Ein sehr junges, sichtlich berauschtes Mädchen, bereitet auf einem Pappteller eine dubiose Tabakmixtur, welche in eine Pfeife gestopft wird, sie braucht ewig dafür, erst fällt ständig alles runter, als es dann drin ist, kippt die ganze Pfeife um und das Ganze geht wieder von vorne los.

Ein norwegisches Pärchen klärt mich über Norwegen auf, urplötzlich kommt die Frage nach meiner sexuellen Orientierung. Ich bin so perplex, dass ich wahrheitsgemäß antworte und die Frau grinst: "Sehr schön, dann kann ich jetzt über Dich herfallen, wärst Du schwul, wäre mein Freund über Dich hergefallen, aber so gehörst Du mir!". Am ersten Tag hätte mich soviel Direktheit vielleicht noch schockiert, aber in Roskilde legt man sich doch sehr schnell eine hohe Reizschwelle zu!

Zu schade, dass niemand über mich herfallen wird, denn leider ist es wieder mal Zeit für eine Truppenverschiebung, mittlerweile ist es fast dunkel und der Gig von The Raveonettes steht kurz bevor. Also verlasse ich die Norweger und steuere schleunigst die "Arena" an, wo mich eine echte Überraschung erwartet, wie bereits erwähnt ist die "Arena" die zweitgrößte Bühne, sie ist ungefähr so groß wie die Berliner Columbiahalle, also wirklich ziemlich groß. Und die gesamte Arena ist voller Menschen, nur mit Mühe bekomme ich einen Platz vor der Bühne, nicht schlecht für eine Band die in Deutschland lediglich in kleineren Clubs auftritt – oder? Aber das ist längst nicht alles, als Sharin Foo und Sune Rose Wagner dann schließlich anfangen, stellt sich heraus, dass das Publikum sämtliche Texte mitsingen kann, Singles wie "Attack of The Ghost Riders" oder "Love In A Trash Can" werden gefeiert wie absolute Hits, im Mittelgang tanzt selbst das Security Personal!

Sicherlich, The Raveonettes kommen aus Dänemark, aber mit Lokalpatriotismus alleine läßt sich das nicht erklären, vielleicht sollte die deutsche Plattenfirma den zuständigen Promoter mal zu einem Konzert der Band in Dänemark schicken, damit er sieht, was hier für Potential schlummert! Diese Perspektivenverschiebung (aus deutscher Sicht!) ist jedenfalls absolut faszinierend und die Band liefert ein mitreißendes Konzert, selbst die verhaltenen Stücke des neuen Albums "Pretty In Black" kommen großartig, eröffnet wird die Show mit "You Say You Lie", dessen hyper-coole Surf-Elemente schön ausgespielt werden, dieser Song muß einfach die nächste Single werden! Sharin und Sune treten mit Band zwischen beleuchteten Quadern mit Buchstaben auf, welche die Worte "Rave On" bilden und sehen sehr, sehr gut zusammen aus, Sharin ist halbe Chinesin und hochgradig blond, sie spricht heute nur Englisch, während Sune ganz in Schwarz ist und seine Ansagen ausschließlich auf Dänisch macht. Songs aus allen zweieinhalb Alben lassen die Nachtluft vibrieren und erzeugen eine knisternde Atmosphäre, schließlich kommt "Twilight", dessen Eingangsriff The Raveonettes aus der Titelmusik von "Twilight Zone" entliehen haben.

 

Sharin und Sune haben keine Wahl als eine Zugabe zu geben, das Publikum ist nicht anders zu bändigen, schweren Herzens verlasse ich die "Arena", denn in zehn Minuten betreten Duran Duran das "Orange" und wie sagte doch Amanda vorhin: "See you tonight at Duran Duran!"

Vor der Bühne ist es gut gefüllt, aber selbst fünf Minuten vor dem Konzert sind die Ampeln noch auf Grün und ich kann problemlos vor. Dann das Intro: Ein sich beschleunigender Herzschlag und schließlich steht die Urbesetzung von Duran Duran auf der Bühne. Die Songs werden frisch und energetisch gespielt, Gitarrist John Taylor sieht echt alt aus, ganz in Schwarz und mit Zigarette. Aber Duran Duran haben das gleiche Problem, das sie immer hatten, auch wenn sie noch so kraftvoll spielen, waren sie – im Gegensatz etwa zu Depeche Mode – niemals begnadete Songschreiber. Auf ein nettes Stück kommen zehn durchschnittliche, eine klassische Top Ten Band eben, denn einflussreich oder wichtig waren sie niemals! Immer wieder läuft Simon Le Bon zur Rampe und schaut hinunter, dieselbe Rampe hat Dave Grohl nur Stunden vorher im Sprung gemeistert, aber Le Bon setzt sich bezeichnenderweise lieber drauf und singt von dort aus, er könnte ja hinfallen und sich wehtun!

Die größte Peinlichkeit steht jedoch noch an: Am Nachmittag haben Duran Duran in London beim Live8 gespielt und Simon glaubt nun, diesen salbungsvollen Spirit nach Roskilde bringen zu müßen, mit gefalteten Händen steht er da oben und spricht – übergewichtig und in Designerklamotten – über das schreckliche Elend der Menschen in Afrika, denen er den nächsten Song widmet! Eine coole Band hätte immer noch die Kurve bekommen können, indem sie jetzt die Debut-Single von 1981, das hyper-pulsierende "Planet Earth", gespielt hätte. Aber sie sind eben nur Duran Duran und lassen auf so eine lauwarme Ansprache ihren letzten Hit ( topaktuell vom Januar 1993!), das belanglose "Ordinary World" (Textprobe: "I Will Learn To Survive"- Aua!) folgen. Damit lieferten sie den unangefochtenen Platz Eins auf der Peinlichkeitsskala des diesjährigen Roskilde-Festival, als dann ein Teil des Publikums erfreut zum Feuerzeug greift und begeistert mitsingt, merke ich, dass es Zeit wird, zu gehen.

Auf dem Weg zum Zelt dröhnt mir "Save A Prayer" nach: "Don't Say A Prayer For Me Now // Save It 'Till The Morning After" Sehr gute Idee!


 

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© 07/2005 whiskey-soda.de
 


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