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Anti-Flag - Deconstructing Bush

In Amerika formiert sich im Punk-Lager eine breite Front gegen Präsident George W. Bush jr. Mit Hilfe des schon besprochenen "Rock Against Bush"-Samplers, Konzerten, dem Internet-Portal "Punkvoter.com" und anderen Aktionen spitzen sich im Wahljahr 2004 die Bemühungen zu, den verhaßten Republikaner aus dem Amt zu schmeißen. Grund genug, den Anti-Flag-Bassisten, Co-Sänger und Anheizer Chris "Number 2" im Rahmen der Deconstruction Tour in Köln über die aktuelle Lage zu befragen.

Die Zeiten für politischen Punk könnten besser gar nicht sein. Während bei den meisten der US-amerikanischen Bands die großen britischen Vorbilder Sex Pistols oder The Clash zu Gunsten von Sonne, Frauen und Party aus dem inhaltlichen Blickfeld gerieten, führten Anti-Flag schon zu Clinton-Zeiten einen musikalischen und verbalen Kampf gegen das Establishment. Nun, da sich dank George Bush und seiner stark polarisierenden Außenpolitik eine einheitliche Front im vermeintlich linken Punk-Lager formiert, sind die Jungs aus Pittsburgh aktueller denn je: Eine von Fat Mikes wichtigsten Speerspitzen beim Vermitteln der Botschaft "Bush muss weg". Zumal die wohl intelligentesten Vertreter des Polit-Punk, die Kanadier Propagandhi, vorzeitig von der Fahne gingen. Aber dazu später mehr.

Kurz nachdem im letzten Jahr mit "The Terror State" das wohl beste weil melodischste und zugleich kraftvollste Anti-Flag-Album erschienen war, tauchen zunehmend häßlicher werdende Details über die Behandlung von Gefangenen durch amerikanische Soldaten auf. Da kommt die etwas zynische Frage auf, ob es nicht mittlerweile genug Material, zumindest in textlicher Hinsicht, für "The Terror State 2" gäbe. Chris kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Das stimme zwar, für die nahe Zukunft sei allerdings neben ausgiebigem Touren (Festivals in Europa, Warped Tour in den Staaten) lediglich eine DVD mit Live-Material, Interviews und Ähnlichem unter dem Titel "Death Of A Nation" geplant. Aber es sei zu hoffen, dass die schlimmer werdenden Medienberichte, zum einen die Fälle von Folter, zum anderen die seit kurzem gezeigten und nach und nach häufiger auftauchenden Bilder von heimkommenden toten US-Soldaten die Stimmung in den USA in Richtung Regierungswechsel umkippen lasse. "Im Moment sehen wir täglich eine Marionette namens George Bush im Fernsehen, die "Frieden" sagt", erregt sich Chris, und auch die Konsequenzenlosigkeit, mit der Donald Rumsfeld ankündigt, die Konsequenzen für Verletzungen von Menschenrechten und der Genfer KOnventionen zu tragen, läßt sein Adrenalin sprudeln.

 

Insgesamt ist Chris allerdings ein recht professioneller und kontrollierter Redner, und nur kurz blitzt auf, warum Fat Mike bei einem Interview im letzten Jahr eine flapsige Bemerkung über Anti-Flag fallen ließ. In der Annahme, mit "The Terror State" seien die USA gemeint, fragte ich nach dem Befinden des selbigen. Er entgegnete allerdings, der "Terror Staat" sei für ihn ein Synonym für alle Staaten, die Waffen herstellen und besitzen (also alle?). Aber zur Verteidigung? Das Problem sei eben, dass man mit den gleichen Waffen, die nur zur Verteidigung da seien auch in Irak einmarschieren könne. "Das muss reguliert werden." Tja, aber wie? Aufgrund der undifferenzierten und zu allgemeinen Argumentation hätte ich ihn sicherlich festnageln können, da es aber nicht in eine Diskussion über Rüstungspolitik ausarten sollte und man die Laune des sowieso schon genervten Interviewpartners nicht überstrapazieren sollte, ließ ich es dabei bewenden.

Natürlich interessiert mich, was Chris als - so schätze ich Anti-Flag zumindest ein - Hardliner von den Differenzen zwischen Fat Mike und Propagandhi hält, ging es beim dem Streit doch schließlich darum, seiner Linie treu zu bleiben und selbst für ein höheres Ziel keinen Pakt mit einem Teufel wie George Soros einzugehen (siehe auch im News-Archiv "Rumoren rund um Propagandhi" und CD-Review "Rock Against Bush"). Etwas überraschend verteidigte Chris die Entscheidungen von Fat Mike und dessen Kollaboration mit dem von George Soros finanzierten Portal "moveon.org". Natürlich sei George Soros ein Arschloch, über Waffenhandel und andere abscheuliche Methoden des Geldbeschaffens redeten wir gar nicht erst, aber das primäre Ziel sei nunmal das Loswerden von George Bush. "Schwierige Zeiten erfordern schwierige Entscheidungen. Und ich denke Propagandhi haben sich zu dogmatisch und ideologisch verhalten." Auch daran kann man sicherlich ablesen, wie groß das Bedürfnis nach einer politischen Wende wirklich ist, wenn eine kritische Band wie Anti-Flag einen "Der Zweck heiligt die Mittel"-Kurs unterstützt. Aber ist da nicht eine große Gefahr, dass sich nach einer erfolgreichen Wahl des Demokraten Kerry die Re-Politisierung der Musikszene und das Bewußtsein der Kids nach dem Motto "the job is done" wieder in Wohlgefallen auflösen? "Definitiv. Natürlich ist der Job damit nicht getan. Es gibt noch sehr viel mehr zu tun und Kerry ist im Grunde ja auch nur das kleinere Übel von den beiden. Wir haben versucht mit politischen Songs etwas zu verändern bevor Bush da war, und wir werden garantiert auch nach Bush noch da sein."

 

Und darüber, es könne einmal kein Bedarf für Opposition und Kritik am bestehenden System mehr vorhanden sein, braucht man sich wohl weder in den USA, noch hierzulande Sorgen machen. Eher schon darüber, dass die Kids zum Teil nur zu den Konzerten kommen, um ein bißchen zu rocken, sich aber für Titel wie "Operation Iraqi Oil", "Sold As Freedom" oder "One People, One Struggle" rein inhaltlich nicht die BOhne interessieren. "Klar muss man einerseits traurig sein, wenn die einfach nur so zu den Konzerten kommen und sich nicht für die Texte interessieren, andererseits nehmen wir jede Form von Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerne mit. Sei es durch Konzerte oder Musikvideos oder sonst irgendwas. Und wenn dann nur ein paar der Kids, die unser Konzert besucht haben hinterher ein bißchen nachdenken und dann zur Wahl gehen, haben wir etwas gewonnen."


Vielen Dank an Paddy Kroetz für einen Teil der Bilder.


 

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Tobiohnebo
© 06/2004 whiskey-soda.de
 


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