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Dream Theater - Progressive Gotteshuldigung des Homo Progmetallus

Da stand ich nun, am Tag der Deutschen Einheit mit einer geschenkten Dream Theater-Karte vor der Columbiahalle. Rückblick: Vor genau einem Jahr folgte aufgrund der Popkomm-Strapazen der kapitalste Absturz des Jahres mit Braveheart beim Einheitsfest am Brandenburger Tor mit allerlei Hopfenkaltschalen und diversen anderen Getränken, Weisswurst und Zigarre. Die Frage, ob Wiederholung desselben Abenteuers oder doch Kultur beantwortete die Leber durch leichtes Ziehen mit "Ja!". Da stand ich nun, gefangen inmitten der Spezies des HOMO PROGMETALLUS!

Gut, die Progressive-Helden waren auf ihrer 20-jährigen Jubiläumstour und auch als Power-Melodic Death-Viking Pagan-Symphonic Black Metal-Fan sollte man einmal im Leben diese Band mitgenommen bzw. sich ein Konzert gegeben haben. Dream Theater sind in der Stadt und wer weiß, wann die nochmal kommen. Gitarrist John Petrucci erinnert frisurtechnisch mittlerweile an eine von Wind gebeutelte Version von Machine Heads Robb Flynn, Keyboarder Jordan Rudess trägt eine geschmeidige Glatze zur Schau, Mike Portnoy muss seine Augen bereits durch eine Brille verstärken oder schonen, John Myung MUSS irgendwann Gicht bekommen, bei den Wegen, die seine Finger seit Jahren auf dem Langholz zurücklegen müssen und tja, James LaBrie kann mittlerweile auch nicht mehr verbergen, dass der Scheitel auf seinem Kopf immer breiter wird. Rock´n´Roll schlaucht eben, zumindest der dazugehörige Lebenswandel. Oder ist es im Falle von Dream Theater eher die Tatsache, dass man bei derart komplexen Arrangements vor dem Gig nicht wie eine echte Rock´n´Roll-Band einen hebt und dann auf der Bühne richtig abgeht, sondern höchst konzentriert sich durch die 15-Minuten-"Musik für Musiker"-Stücke proggt? Erwartet keine Antwort, ich weiss es nicht.

Jedenfalls war ich dabei, ungeachtet derer, die vor der Halle lagerten bzw. bereits am U-Bahnschacht lagerten, um eine Karte käuflich zu erwerben. Dabei hätte man für zwei Tickets sicherlich 50 Euro rausschlagen können. Doch was denkt sich der findige und wirtschaftlich rational handelnde Normal-Metaller? Richtig, wenn ne Karte an der Abendkasse 36 Öcken kostet, nimmt man so ein Geschenk dankbar an und für soviele Zahlungseinheiten muss ja sicherlich ne fette Vorband sowie eine gigantische Show á la Manowar geboten werden…

 

Bereits vor der Show hätte sicherlich jeder Sozialforscher ein breites Betätigungsfeld geboten bekommen, wenn er sich mit der Frage beschäftigt, wie eindeutig der Hartwurst-Szene zuzuordnende Gestalten es realiert haben, ihre Normalo-Freundinnen zu einem Prog-Konzert zu bewegen. Generell waren sehr viele glückliche, kulturell engagierte Pärchen zu orten, bei denen zwischen den Musikgeschmäckern sicherlich locker noch Bon Jovi, diverse andere Prog-Größen, Celine Dion und ein paar Hip Hop-Heinis Platz gefunden hätten. Also nichts mit der munteren Bierparade vor der Halle, nein, der Homo Progmetallus konversiert dann gepflegt über den Aussagegehalt der gemeinen Dream Theater-Komposition und welche Sekundärziele mit der B-Linie des Basslaufes verfolgt werden. Ah ja... So fühlte man sich also eher wie auf einer Mischung aus Tussen-Szeneclub mit homosexuellem DJ und Interlektuellentreffen, bei dem für 20 Mann ein Sixpack Bier eingeplant wird, kleine, wohlgemerkt. Der Andrang am Bierstand war so groß, dass man direkt nach dem Versicherungsvertreter der Allianz eines der bereits vorrätig gezapften Biere bekam und sich zwischen den 50-jährigen Kulturtheaterdamen im weißen Röckchen und Musikpädagogen zurückschlängelte, vorbei am Merchandising-Stand, der auch durch eine wahrlich progressive Preisstuktur glänzte.

Pünktlich um acht Uhr, zum geplanten Konzertbeginn, gellten die ersten Pfiife des unruhigen Auditoriums durch rund, also wirklich, wo sind wir auch, immerhin kann man als Prog-Fan einen minutiös durchgeplanten Abend erwarten, gleich einer Komposition von Dream Theater. Da gibt es ja auch keine Verspätung. Und so kam es, wie es kommen musste: Die Band kam auf die Bühne, überzeugte durch ausgewogene Lichtshow, Mega-Schlagzeug, drehendem Keyboard, Video-Leinwand und allerhand anderer Gimmicks und die Masse, die der Homo Progmetallus da eingeschleppt hatte, macht – Nichts! Was natürlich zum einen daran lag, dass man sich eh auf keinen normalen Takt oder Rhythmus oder wiederholenden Melodieverlauf einstellen kann, doch so stand man gemeinsam da, bewegte die Münder Richtung Süden und ergab sich in schweigendes Staunen über die Fingerfertigkeiten und Kabinettstückchen der Band. Dass so natürlich schwerlich Stimmung aufkommt, braucht an dieser Stelle nicht extra erwähnt zu werden, zumal auch bei den mitgenommenen Grazien der Eigentlich-Metaller der Ist-Zustand (knackiger Prog Metal) weit vom Soll-Zustand (angesagte Theater der Träume-Kompositionen mit Club-Tendenz) entfernt war. So kam es auch zu keinem großen Publikumskontakt, da man sich auf der Bühne auf sein Arbeitsgerät konzentrierte und die Masse unten stets nach zehn Sekunden beim Klatschen aus dem Rhythmus kam. An Bangen war da sowieso nicht zu denken, hätte ja auch gefährlich werden können, zum einen wegen der Wechsel und die entgegenlaufenden Nackenbewegungen, zum anderen, was die feine Dame neben einem sonst sagt. Da werden wohl einige Herren der Schöpfung aufgrund des Ganzen im nächsten Monat auf Schmalkost gesetzt. Und das ist auch gut so! Zumal einige dieser "Fans" dem Kollegen Belzebübchen unmissverständlich klar machten, dass sein exzessiver Tanzstil der Qualität des Staunens und Anhimmelns der Götzen auf der Bühne entgegen stand und die Security den pädagogischen Zeigefinger mahnend erheben musste. Wo sind wir denn auch?

Positiv war anzumerken, dass das Konzept des Auftrittes äußerst durchdacht war. Zwar gab es keine Vorband (ok, da hätte stilistisch eh nur wenig dazu gepasst und die, die gekonnt hätten waren sicherlich im Übungsraum um noch besser zu werden), dafür aber bekamen die Historiker und Statistiker in dem chronologisch gespieltem ersten Set auf der Leinwand die jeweiligen Jahreszahlen der Veröffentlichungen des Albums präsentiert. Eine gute Entscheidung, da sich ja das Durchschnittsalter des Publkums dann doch der Rentengrenze näherte und hier helfen kleine Gedächtnisstützen dann schon. So gabe es jeweils ein Frickelgut u.a. von "When Dream And Day Unite" (1989), "Images & Words" (1992), "Awake" (1994), "Falling Into Infinity" (1997) und "Octavarium" (2005). Dann war die Stunde des Solobebejubelns auch schon vorbei, Kinder wie die Zeit vergeht. Die Herren Musiker zogen sich ohne einen erklärenden Kommentar zurück und einige im Publikum standen da wie die Deppen. War es das? 20 Jahre in einer Stunde herunter geritten? Das ist wie ein Griff in das Skrotum. Dachten sich auch Dream Theater und kehrten für das zweite Set nach 15 Minuten zurück und proggten mit frischen Klamotten munter weiter, obwohl sich leichte Konzentrationsschwächen beim Publikum einstellten. Immerhin muss man ja die Struktur des Songs erkennen, um später darüber mit Gleichgesinnten zu fachsimpeln. Klingt anstrengend? War es auch, sodass sich irgendwann Spannungskopfschmerzen einstellten. Was blieb war die frische Luft, die Flucht nach draussen und die Erkenntnis, dass ich Dream Theater mal live gesehen habe. Zwar das letzte Mal, aber davon kann ich noch meinen Enkeln erzählen!


 

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Ingo
© 10/2005 whiskey-soda.de
 


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