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Über zu wenige Mühen konnte allerdings auch unsereins nicht klagen, dank Motorschaden traf die Whiskey Soda Redakteurin mit dampfender Kühlerhaube auf dem Gelände ein – in finsterster Nacht und zwei Stunden nach Konzertbeginn. Denn bereits am Mittwoch Abend lud man zum Aufwärm- Saufgelage, mit musikalischer Untermalung von Corvin, My Darkest Hate und den Oldschool- Thrashern von Destruction.
Also schnell das Zelt aus dem staubigen Boden gestampft und ab ins Partyzelt, um bei einem wohlverdienten kühlen Blonden nur noch Schmiers (Destruction) ewigen Ansagen über den Metal im Allgemeinen und den Death im Besonderen lauschen zu können. Trotzdem gewohnt coole Show quer durch alle Alben, wobei im Laufe der nächsten Tage immer wieder Unmut über Schmiers eher abfällige Meinung über die Grindgemeinde zu hören war.
Das Dumme an den provisorischen Festivalbehausungen ist, dass man in bitterster Kälte einschläft und - meist bereits am frühen Morgen – in dröhnender Hitze erwacht. So auch pünklich zum ersten Tag des FTC. Ein langes Schlafen hätte aber ohnehin das dicht gepackte Programm verhindert, bereits um kurz vor eins legten Death Reality als offizielle Opener los. Der teils groovige Deathgrind mit tiefen Doppelvocals wurde gut kontrastiert von Deflorace, einem Haufen abgedrehter Tschechen, die technischen Krach in flottem Tempo und neben Parolen wie "we want hash!" auch eine (so wörtlich) Radio Gaga- Version von Michael Jackson offerierten. Der Irrsinn hatte also zumindest schonmal einen Anfang.
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"Wenn Otto auf der Bühne steht, ist Schweinetreiben angesagt!" war der passende Starttext für die Maledictive Pigs. Und irgendwie ganz entfernt klangs auch nach verendeneden Masttieren, was besagter über die Bühne fegender Sänger da von sich gab, ein prima Grind- Rezept also, das auch im Publikum für Laune sorgte. Dieses übte sich bereits in der Selbstausschaltung durch Alkohol, als Jack Slater sich daran machten, ihr neues Album Metzgore vorzustellen. Sänger Stefan, auch bekannt als Mr. E, bewies ein weiteres Mal Humor und gab ein Cover vom wohl anstrengensten Schmalz- Hit der Saison zum Besten. Mit "Can´t wait until tonight" in Jack Slater- Version wäre der Grandprix- Wahnsinn zumindest lustig gewesen...
Homo Iratus aus Griechenland wollen sich ebenfalls nicht stilistisch festnageln lassen und so verfügte ihr thrashiges Deathgemisch über eine hörbare Hardcore- Schlagseite. Mit Altar ist es da schon einfacher, vergleichbar melodischer Oldschool- Schwedentod aus Holland war eine willkommene Abwechslung, bevor Wormed wieder das Geholze aufnahmen. Der eher kleinformatige spanische Sänger mit monumentaler Stimmleistung wirkte beeindruckend und bot den passenden Kontrast zu Skitsystem. "Are you ready to be fucked?", wer kann da noch nein sagen… Crusthardcorepunkspeedkrach aus Schweden mit Anspruch auf politische Messages aber willentlich ohne Political Correctness. Und ohne den erst kürzlich ausgestiegenen Tompa. Schade.
Goratory halten ihr Versprechen, dank des neuen Drummers "a hundred times faster and sicker" aufzutreten, aber lieferten dadurch einen recht eintönigen Grindbrei. Das neue Album "Rice On Suede" ist bereits im Kasten und wem die Ladung nicht gereicht hat, der kann sich demnächst beim Dealer des Vertrauens Nachschlag holen.
Auch Brodequin behaupten, jüngst das extremste Material ihrer Geschichte aufgenommen zu haben. Die Tatsache, dass die Amis das erste Mal in Europa zum Tanz baten, verhindert den live- Direktvergleich, aber das Wort 'extrem' hat jetzt eine neue Dimension.
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