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Arctic Monkeys – Zwölf Monate mit den Arctic Monkeys

Nicht besonders groß, hübsch oder charismatisch? Kein Internet zuhause? Frustriert von Deinem Leben, angenervt von Deinem Partner? Kein Problem! Innerhalb nur eines Jahres könntest auch Du die "NME Cool List" anführen – aber vergiss bitte nicht, den Barcode auf Deine Single zu kleben. Willkommen zur neuen Whiskey-Soda-Lebensberatung – Motto: "Erfolgsstories, die motivieren", heute am Beispiel einer jungen britischen Band, den Arctic Monkeys!


Dezember 2004:
Die Schulfreunde Alex Turner (19), Matt Helders (19), Andy Nicholson (19) und Jamie Cook (20) leben noch bei ihren Eltern. Wenn sie Zeit haben treffen sie sich und machen gemeinsam Musik unter dem Namen "Arctic Monkeys". Erste Demos entstehen. Nur knappe zehn Monate später wird die Band Zeuge, wie ein gewisser Noel Gallagher sich live im Radio über den Namen auslässt, die pure Tatsache, dass Gallagher d.Ä. überhaupt weiss, wer sie sind, erstickt jeglichen Ärger im Keim. Nicht, dass sie eine Wahl gehabt hätten, der Vater von Drummer Matt gründete die Arctic Monkeys bereits in den Siebzigern und als traditionsbewusste Briten mit Familiensinn übernimmt man den Namen und steht zu seinen Wurzeln.

Januar 2005:
Da in der Band niemand einen Internet-Anschluss hat, entwirft ein Freund die Homepage www.arcticmonkeys.com und stellt zwei Songs namens "Curtains Close" und "Riot Van" kostenlos online.

Februar 2005:
Die Homepage bietet zunehmend mehr Arctic Monkey-Songs an, unter Anderem "Fake Tales Of San Francisco" und "I Bet You Look Good On The Dancefloor". In Ermangelung eines eigenen Messageboards tauschen Fans die Stücke auf den Seiten von The Libertines und The Others.

März 2005:
Der NME bringt den ersten Review eines A.M.-Konzertes, einer ausverkauften Show in Sheffield Harley, und sieht eine goldene Zukunft. Die Band registriert erstmals, dass das Publikum sämtliche Texte mitsingt, Alex ist davon so gerührt, dass er die Show kurz unterbrechen muss. Nach einem spontanen Gig in Wakefield ist die Decke der Location voller Fußabdrücke, der Grund: exzessives Stagediving.

April 2005:
Das Messageboard der A.M.-Homepage quillt über vor Lobeshymnen, mehr Demoaufnahmen werden online gestellt, Shows in Groß Britannien sind regelmäßig ausverkauft.

 

Mai 2005:
Grosse Plattenfirmen werden auf den Selbstläufer aufmerksam und ein Wettbieten setzt ein. Die Band erfindet ein Label namens "Bang Bang" – nach einer Band, in der sie früher spielten – und veröffentlicht in Eigenregie die Vinyl-Single "Five Minutes With The Arctic Monkeys", enthalten sind die Songs "Fake Tales Of San Francisco" und "Ritz To The Rubble". Im Eifer des Gefechtes vergisst man jedoch, die EP mit einem ordentlichen Barcode auf der Rückseite auszustatten. Ein Umstand, der eine Plazierung in den britischen Charts leider verhindert. Die 500er Auflage ist trotzdem innerhalb von Tagen ausverkauft. Unter diesen Umständem ist es sicher kein Fehler, dass Domino-Records ( Home of Franz Ferdinand) den Zuschlag bekommt und die Arctic Monkeys unter Vertrag nimmt.

Juni 2005:
Die Band entscheidet sich für Jim Abbiss ( unter Anderem U.N.C.L.E., Editors. Kasabian) als Produzenten, beim britischen Ebay erreicht die "Five Minutes"-EP die 30 Pfund-Grenze.

Juli 2005:
Arctic Monkeys spielen weitere ausverkaufte Gigs, im Netz werden unterdessen wie wild ihre MP3-Files getauscht, mittlerweile sind gut zwanzig Stücke kostenlos erhältlich.

Arctic Monkeys – Zwölf Monate mit den Arctic Monkeys Seiten 1 2

 

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