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Kurz bevor die erste Band des Abends, die Pinboys, das eröffneten, nahm sich 5Bugs Sänger Chris noch ein paar Minuten Zeit, um mir Rede und Antwort zu stehen. Nachdem die Frage geklärt war, ob die nette Dame ihm gegenüber Strapse trägt oder nicht, plauderte er munter darauf los: "Im S036 zu spielen ist immer wieder geil. Das SO ist ein Szeneclub, groß, geiler Sound und wenn da richtig Party ist, macht es richtig Spaß." Trotzdem gibt es für Chris keine Bühne, auf der er unbedingt mit seinen Bandkollegen spielen möchte, "nur ein Traumpublikum. Wir würden gerne mal so 'ne Festivaltour mitmachen. Open Air ist immer toll. Ist halt Spaß, Sonne, Mucke und 'ne Menge Leute. Also wir spielen auch vor 15 Leuten und machen da die gleiche Show wie vor 5000, aber vor mehr Leuten macht es mehr Spaß. Die geben dir einfach die Energie auf der Bühne. Da gehst du richtig ab und bekommst eine Gänsehaut." So ähnlich erging es den 5Bugs als sie 2002 überraschend in das Finale des Emergenza-Wettbewerbes kamen und auf Anhieb den dritten Platz belegten. Das Gefühl, bei einem Festival vor einem wirklich großen Publikum zu spielen und es zu begeistern, durften sie auch schon auskosten. Mit leuchtenden Augen erzählt Sänger Chris: "Wir haben mal in Nürnberg bei so einem Festival gespielt, Young & Free hieß das. Die Bühne war riesig und es waren 10 000 Leute im Publikum. Keiner kannte uns und alle haben total abgefeiert. Wir haben mehr T-Shirts und CDs verkauft als bei unserer Record Release-Party. Wir haben, glaub' ich, eineinhalb Stunden gebraucht, um in den Backstage zu kommen, weil die ganzen Kiddies Autogramme von uns haben wollten. Das war einfach so … Wir kamen gar nicht klar. Das war halt supercool." Natürlich gab es auch prägende Erlebnisse für die Band, die negativ waren. Für Chris aber nur im ersten Augenblick: "Wir hatten ja auch viele Wechsel in der Band. Mit unserem Basser Martn Hagen angefangen. Für Martn ist dann Daniel eingestiegen und Ashkan ist ja auch gegangen, dafür haben wir jetzt Stefan, den Snöt. Ich habe übrigens neulich erfahren, dass Snöt auf Dänisch Popel heißt." Man darf spekulieren, ob er diese Information von den Pinboys hat, aber zurück zu dem Verlust zweier Gründungsmitglieder: "Das prägt schon irgendwie. Es ist traurig, dass so viele gegangen sind, aber es ist auch bereichernd. Schließlich entwickelt sich die Band dadurch auch weiter." Länger wird aber nicht der Vergangenheit nachgetrauert, man blickt lieber in die Zukunft. Die 5Bugs waren nicht untätig, sie haben ein neues Album aufgenommen und suchen nun ein gutes Label, bei dem es erscheint. Somit kann es gut sein, dass die Fans noch ein Weilchen warten müssen, aber auch hierzu hat Chris etwas zu sagen: "Ich hoffe, die Fans bleiben uns trotzdem treu, auch wenn die neue Platte noch nicht rauskommt, die Rockszene ist schon so klein!" Was haben eure Fans denn von dem neuen Album zu erwarten? "Voll nach vorne und voll auf die Fresse, nee Quatsch! Also ich will jetzt nicht prollen, aber wir sind eine gute deutsche Rockband und ich will mal sehen, dass die Donots oder die Beatsteaks so eine Platte machen," lacht Chris. "Die neue Platte ist auf jeden Fall rockiger, nicht mehr so punkig. Es gibt sogar zwei Balladen. Flo hat auch noch mal als Produzent im Studio ordentlich zugelegt und einen guten Sound hingekriegt. Songwriter-technisch haben wir uns auch entwickelt. Wir sind auch erwachsener geworden und die Songs sind mit uns gewachsen. Früher waren wir halt poppiger. Jetzt sind die Songs eigenständiger, so wie wir - also schon eine deutliche Veränderung. Ich glaube, dass es dick einschlagen wird." Ein schönes Schlusswort für dieses charmante Interview.
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Die Pinboys aus Dänemark hatten die Ehre um 21 Uhr das fünfjährige Jubiläum der Berliner Punkband 5Bugs zu eröffnen. Die Pop-Punk-Kombo aus Skandinavien ist zu fünft: Jacob (voc, bass), Anne (voc), Bo (git, voc), Simon (git) und Anders (drums). Schon zu Beginn waren die ca. 200 im Saal befindlichen Gäste begeistert von denPinboys und begannen fröhlich zu pogen und zu diven. Zunächst hatte Anne, was den Hauptgesang anbelangt, die Zügel in der Hand. In dieser Phase ließ die Band sowohl soundtechnisch als auch gesanglich einiges zu wünschen übrig. Erst als Jacob den Hauptgesang während des zweiten Drittels ihres Repertoires übernahm, bekam die Show ihren eigenen Charakter. Den Zuschauern gefielen die Pinboys und forderten sogar eine Zugabe.
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