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Ein Jahr Wartezeit ging schneller rum als erwartet. Und die Messlatte liegt nach der 2005er-Ausgabe mit Sammy Hagar, Motörhead und Mötley Crüe denkbar hoch. Da sind wir also. Auf dem Camping-Platz für Presse-Leute steigt bei brütender Hitze gleich wieder die Stimmung, während unsere deutsche Metal-Queen Doro auf der Festival Stage loslegt. Aber so schnell sind wir noch nicht, nachdem der Papierkram erledigt ist, muss noch das Zelt aufgebaut werden, daher wird es für uns eine rein akustische Doro-Show, sozusagen eine Live-Übertragung ohne Bild. Alle Hits sind dabei, und "All We Are" bringt unser Blut auch auf dem Camping-Platz in Wallung.
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Nun aber schnell zu den grandiosen Engländern von Dragonforce. Live sind sie noch atemberaubender als im heimischen CD-Player. Den Vogel schießt sicherlich Tastenzauberer Vadim Pruzhanov mit seinem roten Umhängekeyboard ab. Aber nach einer halben Stunde muss für uns erstmal Schluss sein, Kopfschmerzen, Übermüdung und Dragonforce, das geht nicht lange gut. Also Szenenwechsel zum wichtigsten Schweizer Export. Krokus ist immer wieder ein riesiges Vergnügen, die Ähnlichkeit zu den Klängen von AC/DC darf man irgendwo von dreist bist absolut genial einstufen. Von ihrem Charme haben die Jungs nichts verloren. Nach Doro vertritt mit Bonfire ein weiterer Export die deutsche Hardrock-Liga in Schweden. Die Jungs werden mit offenen Armen und Ohren empfangen und gehören folglich zu den Gewinnern.
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Das absolute Highlight des Tages, ja möglicherweise des Festivals, sind sicherlich Journey, allein aufgrund der immensen Vorfreude. Neal Schon und Co. hatten europäische Fans zuletzt vor fast 25 Jahren besucht. Damals hieß der Sänger Steve Perry, jetzt Steve Augeri, der Keyboarder hieß Gregg Rolie, jetzt Jonathan Cain, der Drummer war Steve Smith, jetzt Deen Castronovo. So ändern sich die Zeiten. Alle sechs aktuellen Mitglieder finden sich vor ihrem Gig sogar noch im Fanshop ein, um bereitwillig Autogramme zu geben und Fragen zu beantworten. Die nächste Europa-Tournee ab Frühling 2007 ist schon so gut wie gebucht. Na bitte! Doch jetzt zählt das Hier und Heute! Journey blasen in anderthalb Stunden 25 Jahre Wartezeit weg. Bei diesem atemberaubenden und emotional geladenen Auftritt singt das euphorisierte Publikum tatsächlich jeden Song mit! Journey hätten gut und gern als Tagesheadliner getaugt.
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Der Goodtime-Rock'n'Roller George Thorogood verbreitet mit seinen Destroyers gute Laune, wo er nur hinkommt. Gegen 22 Uhr sind unsere übernächtigten Körper zwar eigentlich schon auf Reserve geschaltet, doch bei George kann man nicht ruhig dastehen, man muss tanzen! "I feel like gettin' dirty tonight", erklärt George. Wir auch! Diese herrliche Slide-Gitarre, die pulsierenden Drums und das nicht endende Saxophon-Spiel lassen die Menge toben. "Somebody stop me", ruft Buddy Leach und stimmt erneut ein. Wer da nicht mitgeht, der ist schon tot! Grandios, besser kann es nicht mehr kommen.
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Kommt es auch nicht, obwohl der Abend mit Deep Purple endet. Nun gehören die alten Hasen ja zweifelsohne zu den Giganten des Rock. Ihre Performance ist energiegeladen und einfach sensationell. Doch dem sind wir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gewachsen und müssen uns gegen 0.30 Uhr schließlich setzen. Wer Purple in den letzten 12 Monaten live gesehen hat (ich mehrmals), der verpasst ohnehin nichts mehr. Eine gewisse Standardisierung könnte man den Jungs schon vorwerfen, aber wer will es ihnen verdenken, wenn "Black Night", "Highway Star" und "Fireball" die Gehörgänge ein letztes Mal an diesem Abend freispülen. Um 1 Uhr ist schon Schluss, ab ins Zelt, bevor wir den Weg nicht mehr schaffen.
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