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Im Jahre 1987 bildeten die anwesenden 18.000 Zuschauer eine atemberaubende Kulisse, wie man auf der Marillion-DVD "Live From Loreley" eindrucksvoll zu sehen bekommt. Umringt vom märchenhaft gestalteten, wie eine Art Amphitheater angelegten, Areal der Freilichtbühne in St. Goarshausen kann man einfach nur sagen, dass es sich hier um eines der genialsten Open-Air-Gelände in Deutschland handeln muss. Ganz zu Schweigen von der Aussicht, die man von dem Konzertgelände, das auf einem felsigen Plateau direkt am Rhein liegt, genießen kann. Kein Wunder also, dass sich einst die Seefahrer in genau diesem Rheinabschnitt die Klinke beim Schiffeversenken in die Hand gaben - ob es wirklich an den Gesängen der Loreley lag, oder ob sie in der relativ engen Schlucht aufgrund der tollen Landschaft einfach nur vom Manövrieren abgelenkt waren und mit den Felsen im Wasser kollidierten, will ich an dieser Stelle der Fantasie überlassen.
Wie bereits erwähnt, musste ich Mostly Autumn leider von meinem Abendprogramm streichen - somit standen als erstes Sylvan an, die das Konzert dem kürzlich verstorbenen Bruder des Bassisten Sebastian Harnack widmeten. Zu diesem Zeitpunkt war die Steinstufen der Freilichtbühne, die als Sitzplätze dienen, bereits gut gefüllt. Bei untergehender Sonne boten Sylvan einen musikalisch erstklassigen Auftritt, der sowohl vom Sound als auch von der Bühnenpräsenz der Musiker nicht besser hätte sein können. Leider muss man sagen, dass der Gesang über weite Strecken hinweg sehr farblos und ohne nennenswerte Leistung war. Angesichts der wirklich herausragenden Songs mit einzigartigen Melodien und tollen Arrangements sollten Sylvan vielleicht in Zukunft etwas vermehrt auf mehrstimmigen Gesang setzen um diesen Aspekt vielschichtiger und abwechslungsreicher zu gestalten. Der Großteil der Zuschauer war jedoch durchweg begeistert von dem Auftritt Sylvans - und dass die Band aufgrund des traurigen Vorfalls im Privatbereich evtl. insgesamt etwas in gedrückter Stimmung war, sollte man nicht vergessen.
Nach einer relativ kurzen Umbaupause, die entweder dazu genutzt werden konnte, in den aufgestellten "Open-Air-Musik-Shops" nach dem ein oder anderen Highlight zur Vervollständigung der eigenen CD-Sammlung Ausschau zu halten, oder aber dem sichtlich überforderten Team am Getränkestand, auf ein kühles Gerstenbräu wartend, Gesellschaft zu leisten, ging es dann auch schon mit dem Hauptact des Abends weiter. Fish betritt gemeinsam mit seiner Band unter tosendem Beifall nach 19 Jahren erneut die Loreley-Freilichtbühne.
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Wie auch bereits bei den Hallenkonzerten der "Return To Childhood"-Tour im April diesen Jahres, schwappt eine Welle der Nostalgie, Euphorie und gute Laune auf das gesamte Publikum, das mittlerweile auf - über den Daumen gepeilt - knapp 2000 Zuschauer angewachsen ist, über. Doch auch Fish fällt die Reduktion der Zuschauerzahlen im Vergleich zu 1987 sofort auf - aber er nimmt es mit Humor und fragt augenzwinkernd, wo denn die restlichen 16.000 abgeblieben sein mögen. Doch diese Tatsache trübt die Stimmung keineswegs. Fish spielt das bereits von der "Return To Childhood"-CD bekannte Programm - im ersten Teil also ein Querschnitt durch Fishs Solo-Schaffensphase.
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