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"Das Rad ist neu, super oder? Man kann es ganz klein zusammenfalten und es passt in diese Tasche." Herr Rudd kramt einen schwarzen Beutel hervor und versucht, das Klapprad zu verstauen. "Naja, zumindest sollte es in diese Tasche passen. Ich habe es mir heute hier gekauft, es ist toll. Immer wenn ich auf Tour oder auf Reisen bin, kann ich jetzt mein Rad mitnehmen. Endlich!"Nachdem das gute Stück dann doch irgendwann verstaut ist, widmen wir uns dem eigentlichen Thema des heutigen Abends: der eigenwillig schönen Musik von Xavier Rudd.
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Inspiriert von den Ritualen der australischen Ureinwohner, für die er sich auch auf seiner Homepage einsetzt, nutzt Rudd für seine Songs nicht nur die klassischen Singer/Songwriter-Instrumente wie Gitarre und Mundharmonika, er spielt ausserdem auf einer Vielzahl verschiedener Digeridos, was seiner Musik eine ganz eigene Note gibt. "Das Land der Aborigines ist meine Heimat, es ist meine Kultur, diese Menschen haben seit tausenden von Jahren über das Land gewacht. Der Geist der Aborigines ist stark und voller Kraft. Aber die Australier tun heutzutage einfach nicht genug dafür, dass diese Kultur am Leben gehalten wird. Die Regierung zeigt bei weitem nicht genug Respekt und auch das Schulsystem ignoriert die Wurzeln unseres Landes weitgehend. Jedes Kind, das in Australien aufwächst, sollte die Geschichte seiner Heimat auch vor der Zeit der europäischen Besiedlung kennen. Man sollte sich wesentlich mehr um seine Wurzeln kümmern. Viele fangen gerade damit an, aber bei der Regierung ist vieles noch nicht angekommen."
Es sind die sphärischen Klänge der Digeridos, die aus gitarrenlastigem Bluesrock Songs mit teilweise fast schon Drum&Bass-Charakter machen. "Ich habe immer schon Digerido gespielt, seit ich ein Kind war. Ich weiss nicht, irgendwie war es in mich hinein geboren. Ich erinnere mich noch daran, wie ich damals anfing, auf einem Staubsaugerrohr zu spielen. Ich war fasziniert von den Tönen und habe immer weitergemacht. Die anderen Instrumente, die ich nutze, kommen von verschiedensten Orten zu mir und finden mich, es gibt keinen bestimmten Grund, ich suche nicht. Es ist ein wachsender Prozess. Ich habe mir das musizieren schon immer selbst beigebracht."
Konstruiert und geplant wird dabei nichts, für Xavier Rudd sind bestimmte Emotionen ausschlaggebend für das Schreiben eines Songs. "Manchmal packt es mich verdammt schnell und alles kommt auf einmal. Manchmal finde ich ein Thema, einen Song, der eine bestimmte musikalische Stimmung hervorruft und die Musik ist da, der Text kommt später. Ich suche dann nach einer Geschichte, die zu der Musik passt – aber auch das geht meisst ziemlich schnell."
So auch bei den Songs des neuen Albums "Food In The Belly", deren Kernthema Dankbarkeit ist. "Das Album repräsentiert die Tatsache, dass wir hier sehr glücklich sein können, ausreichend Nahrung und Schutz zu haben, dass es uns gut geht. Es gibt so viele Menschen, die unter weitaus schlechteren Umständen leben, deshalb bin ich dankbar in der Position in der ich bin zu sein. Je mehr ich Reise und von der Welt sehe, desto dankbarer bin ich in der friedlichen, schönen Welt in der ich in Australien lebe, zu sein. Es macht mich sehr glücklich, dass ich als Musiker leben kann."
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