|
|
|
 |
|
|
|
Die nachfolgenden beiden Supports teilten die Fans in zwei Lager. Während die Einen von Severe Torture restlos begeistert waren, dafür God Dethroned eher langweilig fanden, waren die Anderen genau gegenteiliger Meinung. Aber der Reihe nach: Den Anfang machten die Jungs von Severe Torture aus Holland. Hier steht einmal mehr im Metalbereich eine Frontröhre auf der Bühne, bei der Äußerlichkeit und die brachiale Stimmgewalt nicht zueinander passen. Denis müsste anhand seiner unterirdischen Growls eigentlich mindestens 2 Meter groß und 100 Kilo schwer sein, ist aber doch nur ein ganz normal gebauter, nett aussehender Kerl. Die Einflüsse der großen Deather Cannibal Corpse sind nicht zu überhören und die extremen Double Bass lassen Drummer Seth hinter seiner Schießbude anständig rotieren. So langsam füllte sich auch der Saal immer mehr und die Antwort auf "Do you want some more brutal Death Metal" wurde auch schon recht laut und vor allem positiv beantwortet. Die Oranjes zockten Songs aus all ihren Schaffensperioden, legten aber beispielsweise mit "Endless Strain of Cadavers" oder "Consuming the Dying" ihr Hauptaugenmerk auf ihre aktuellste Scheibe "Fall Of The Despised" aus dem Jahr 2005.
|
|
|
 |
|
|
Nach kurzer Umbauphase enterten God Dethroned die Stage. Die zweite holländische Macht des Abends verstand es großartig, die alten thrashigen Songs wie "Boiling Blood", zu finden auf dem 1999er Album "Bloody Blasphemy" und die neuen, melodiöseren Titel der aktuellen Scheibe, die den amüsanten Namen "The Lair Of The White Worm" trägt, in ihrer Setlist unterzubringen. Anständige Moshmukke, bei der man teilweise an so einige bekannte Namen der Metalwelt erinnert wurde, bekamen Berlins Metaller hier geboten. Die bedrohlich wirkende Gitarrenwand der beiden Klampfer ruft beispielsweise Erinnerungen an Amon Amarth auf den Plan und das Experimentieren mit zweistimmigen Leadgitarren kennt man unter anderem von Arch Enemy. Dieser Donnerstag im K17 war zwar in keiner Weise von einer spektakulären Performance der Bands geprägt, aber Fronter Henri Sattlers überzeugte nicht nur mit seiner gewohnt heiser, röchelnden Stimme sondern auch mit beeindruckender Bühnenpräsenz ohne viel dafür tun zu müssen.
|
|
 |
|
|
|
In der letzten Umbauphase dieses Abends konnte man am Tresen des K17 den bereits oben erwähnten Diskussionen um die Hollandfraktion dieses Abends lauschen. Immer wieder interessant wie unterschiedlich die Meinungen sein können.
Ein sphärisches Intro kündigte den Hauptact an und die Stimmung in der Konzerthalle hätte besser nicht sein können. Vader, die Altmeister des Death Metal wurden von dem gemein hin als recht kühl bezeichneten Berliner Publikum mit einem lautstarken und grandiosen Empfang begrüßt. Die vier Polen legten mit "Shadow Fear" und "Sothis" auch gleich ohne Punkt und Komma los. Nach den beiden Openern begrüßte Sänger Peter in perfektem Deutsch seine Fans: "Hallo, wie geht's", und dann bekam man den ersten Eindruck davon, dass Vader im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens die Absicht hatten, sich anständig feiern zu lassen: Mit schöner Regelmäßigkeit verließen sie geschlossen die Bühne um nach kurzer Zeit mit einem neuen Intro und vom Applaus des Publikums begleitet wieder die Stage zu entern. Etwa vier Mal zelebrierten sie dieses Spielchen und genossen es sichtlich, dass der Jubel nicht nachlassen wollte. "Helleluyah (God is dead) " könnte sich dank des eingängigen Refrains und der klaren, nachvollziehbaren Riffs zum Gassenhauer des neuen Albums "Impressions In Blood" mausern. Die Polen zockten routiniert und mit viel Spielfreude viele ihrer Meisterwerke wie "Epitaph", "Carnal" und "Reborn in Flames". Der Sound im K17 war recht anständig, obwohl teilweise etwas zu viel auf die derzeit ja ach so moderne Double Bass Wert gelegt wurde. Dies hatte zur Folge, dass Gitarren und der sonst so brutale und allgegenwärtigen Gesang teilweise etwas im Trommelfeuer untergingen.
|
|
|
 |
|
|
Vielleicht war auch das der Grund, dass Frontröhre Peter Probleme hatte den Jubel seiner Fans zu hören: "Hey, ich kann Euch nicht hören! " beschwerte er sich scherzhaft und der Lautstärkepegel der "Vader, Vader"-Rufe schnellte schlagartig in die Höhe. Als Belohnung gab es Death Metal vom Feinsten, nämlich "Out of the Deep" und "Xeper", bis kein Kopf mehr still stand. Zugegeben, es war schon warm im Konzertsaal, aber ob die Ventilatoren, die vor der Band standen und die langen Haare im Wind wehen ließen, nur aus diesem Grund oder auch als Showeffekt eingesetzt waren, blieb fraglich. Jedenfalls ließen die vom Winde verwehten Polen keinen Zweifel an ihrer Qualität und knüppelten, dass die Wände vibrierten. Hervorzuheben ist auch die Leistung des neuen Drummers Daray, der sich hinter der Vader-Schießbude sichtlich wohl fühlt und ordentlich Gas gibt! "The Book" und "Predator" ließen die Headbanger, Stagediver und Crowdsurfer noch einmal so richtig aufdrehen und als sich die vier Herren verabschiedeten, ließen weitere "Vader"-Sprechchöre keinen Zweifel daran, dass hier noch nicht Schluss sein konnte. Lange bitten mussten die Fans auch nicht und bekamen mit "Dark Age" und "Wings" noch einmal ordentlich auf die Zwölf. Dann endete ein grandioser Metal-Abend im K17. Die vierte Ausgabe der Blitzkrieg Tour hat in Berlin im K17 begonnen -und zwar grandios!
Die Bilder wurden uns freundlicher Weise von Axel Tracinski zur Verfügung gestellt. Danke schön!
|