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Wer frühzeitig, also gegen 19.30 Uhr drin war, kam auch in den Genuss der beiden Vorbands. Den Anfang machten Meldrum, eine schwedische Metalband, mit hochprozentigem Frauenanteil und Sängerin Moa fiel nicht nur durch ihre piratenähnliche Augenklappe auf. Besonders die Herren in den vordersten Reihen hatten angesichts des prächtigen Dekoltés, in das Moa tiefen Einblicke kokett gewährte, alle Mühe, die Augen bei sich zu behalten. Soviel Sexappeal hatte man auf einer Motörhead-Bühne schon lange nicht mehr gesehen. Nach ca. 45 Minuten war allerdings schon wieder alles vorbei und nach einer kurzen Pause kam die nächste Supportband, die an diesem Abend für Motörhead eröffnen sollten, auf die Bühne.
WE konnte allerdings nicht alle Fans der lautesten Band überzeugen, und die hippiemäßigen Verrenkungen des Sängers kamen beim Publikum schlechter an als die gutaussehenden und schwerrockenden Mädels von Meldrum. Auch musikalisch schien die Band nicht wirklich in das sonstige Konzept zu passen. Dennoch, die "Motörhead"-Rufe während des Auftritts von WE waren sowohl absolut undankbar als auch unberechtigt. So etwas ist unfair. Dennoch gaben sich WE alle Mühe, aus ihrer Außenseiterrolle das Beste zu machen und wenn WE sicherlich nicht zu den Nebenlieblingsbands eines Motörhead-Fans gehören, war das Verhalten des Berliner Publikum einfach respektlos. WE spielten aber dennoch ihre Show zu Ende und gingen ebenfalls nach einer weiteren ¾ Stunde etwas geknickt von der Bühne.
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Nach einer Umbaupause war es dann pünktlich um 21 Uhr soweit. Die Amps erdröhnten, und Lemmy eröffnete mit den berühmten Worten "We are Motörhead and we gonna kick your ass!" die Setlist. "Doktor Rock" hämmerte in der gewohnt Ohren zerfetzenden Lautstärke von der Bühne, dass so ziemlich jedem in dem alten Militärskino vor Begeisterung die Spucke wegblieb. Es schien, als hätten sich Alt-Metaler und Punks, Biker und Familienväter mit ihren Söhnen zu einer jubelnden Masse formiert, die regelrecht nach Motörhead gierte. Die Faszination, die diese Band nach über 30 Jahren Bühnenbestehen noch heute auf ganze Generationen auswirkt, ist ungebrochen. Dennoch, das Phänomen, das Motörhead ausmacht, verkörpert sich nicht nur durch die geballte, ungebrochene Persönlichkeit eines Mr. Lemmy Kilmister, der bewaffnet mit seinem Rickenbacker-Bass von der Bühne thront. Es ist die gesamte Band, die diese Faszination immer wieder bei Konzerten auszulösen vermag. Wer einmal das Vergnügen hatte, Mikkey Dee aus der Nähe am Schlagzeug beobachten zu können, der ist beeindruckt von dem Trommelwirbel, den der Drummer an seinem Arbeitsgerät entfacht. Es fliegen Sticks durch die Luft, es hämmert die Drumbase und auf die High-Heads wird eingedroschen, als gäbe es keinen nächsten Morgen mehr.
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