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"Hi, setz Dich! Möchtest Du ein Bier?" Eamon Hamilton sitzt im dreizehnten Stock des größten Hotels in Europa und amüsiert sich darüber, dass die Kaiser Chiefs – für die seine Band Brakes heute eigentlich nur den Support gibt – in einem erheblich kleineren Etablissement untergebracht sind:"Das hat durchaus seine Berechtigung. Ich meine schau Dich um: Hat 'ne Menge Seele hier – oder?" Na klar, die Menschenmassen in der Lobby, der Fake-Marmor, die Plakate für die "Stars In Concert"-Shows, bei denen "Stars" durch "Doppelgänger" ersetzt werden – echt nett hier! Er zwinkert und während sein Blick aus dem Fenster über das weniger glamouröse industrielle Berliner Hinterland komplett mit Fabrikruinen und S-Bahn-Gräben streift, erklärt er das neue Album, welches sich zumindest von der Herangehensweise seiner Meinung nach kaum vom Vorgänger "Give Blood" unterscheidet:"Wir haben unsere Songs eigentlich schon immer sehr ernst genommen und uns selbst auch für eine gute Band gehalten. Durch die vielen Konzerte zu unserem ersten Album wurde unser Zusammenspiel einfach tighter und das hört man 'Beatific Visions' eben an. Wir haben uns selbst immer weiter gepusht und fühlen uns mittlerweile ziemlich stark. Die Sichtweise, dass wir lediglich ein 'Nebenprojekt' von British Sea Power oder Electric Soft Parade seien, kam vor allem von Journalisten, wir selbst haben uns weder so gesehen noch so bezeichnet. Von daher haben nicht wir uns verändert, sondern die Art und Weise, wie uns die Öffentlichkeit wahrnimmt!"
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Die Entscheidung bei British Sea Power auszusteigen fiel ihm übrigens nicht leicht war jedoch unumgänglich, wollte er nicht Gefahr laufen zwischen zwei Bands aufgerieben zu werden:"Das war wirklich traurig und ich vermisse sie sehr aber es wurde einfach zu anstrengend, am Ende war ich anderthalb Jahre nonstop auf Tour und das begann so langsam mein Gehirn zu zermürben!" "Amtlich" wurde der Beschluss als Brakes das Vorprogramm von Editors und Belle And Sebastian angeboten bekamen:"Tolle Gigs, die ich auf keinen Fall ablehnen wollte, die mich aber schlappe drei Monate von British Sea Power getrennt hätten. Da ich sie aber nicht blockieren möchte, musste der Schnitt einfach vollzogen werden. Als ich es dann endlich ausgesprochen hatte war ich verdammt froh, denn ich wusste, dass ich mich von nun ab voll auf Brakes konzentrieren kann!"
"Konzentieren" darf man in diesem Falle übrigens ruhig wörtlich nehmen, das so entstandene Album ist zwar eine volle Minute länger als "Give Blood", entspricht mit seinen 29 Minuten aber trotzdem nicht der gängigen Publikumserwartung. Ob sie die magische 30-Minuten-Schallmauer wohl beim dritten Versuch durchbrechen werden? Eamon lacht:"Wir haben uns wirklich dieses Mal schon bemüht über die 30 zu kommen aber es klappte einfach nicht!" Drummer Alex White, der mit Bier und Kreuzworträtsel schweigend am anderen Ende des Raumes sitzt, hebt kurz den Kopf:"Wir spielen eben zu schnell!" Eamon:"Yeah genau, das ist der Grund! Aber eigentlich sind 30 Minuten schon in Ordnung für eine LP. Klar, wahrscheinlich wären 40 die perfekte Länge, alles was darüber liegt finde ich schwierig, schließlich möchte man den Hörer ja nicht langweilen!"
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