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Die Uhr zeigt gute zwei Stunden vor dem Konzert an. Wir bewegen uns zum Kato-Club, wo sich sofort der heran stürzende Tourmanager vorstellt und uns freundlich um etwas Geduld bittet. Kaum zum Warten gesetzt, stellt sich auch schon Aviv vor und bittet uns in den Tourbus. "Steven sollte auch gleich kommen!", versichert er.
Das Fahrzeug wirkt von innen kleiner, als von außen. In einer gemütlichen Sitzecke macht es sich der mehrfach Gold-Platten-Besitzer gemütlich, nachdem er der Runde Getränke serviert. Knapp fasst er die noch kurze Tour mit dem Wort "Unglaublich!" zusammen.
"Wir haben jetzt 4 Shows hinter uns. Es ist verblüffend! London war bis jetzt die beste Station."
So etwas hätte er sich als kleiner Junge sicher nie träumen lassen.
"Als ich sieben Jahre alt war, schrieb ich meinen ersten Song auf der Gitarre. Heute spiele ich Piano, Gitarre, Schlagzeug und Bass."
Seine Entscheidung, das Leben unter den Dienst der Musik zu stellen, war jedoch früh gefasst. "Ich wusste schon mein ganzes Leben, dass ich Musiker werden würde. Ich kam aus einer kaputten Familie. Meine Eltern waren oft weg und verbrachten viel Zeit auf irgendwelchen Lastwagen. Ich verließ deshalb die Schule, als ich noch sehr jung war. Die Musik wurde mein einziger Retter, meine einzige Möglichkeit, mich auszudrücken."
Als er schließlich auf Steven Wilson traf, wurden die beiden Musiker trotz ihrer musikalischen Ausrichtungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, schnell zu Freunden. "Steven und ich haben von Zeit zu Zeit zusammen gearbeitet. Unsere Mischung war von Anfang an perfekt. Es trafen das Beste von Aviv Geffen und von Porcupine Tree aufeinander. Dadurch wurde Blackfield schließlich zu einer großartigen Band.
Entgegen einiger Gerüchte mag ich durchaus Progressive Rock. Ich stehe auf King Crimson. Und die Mitglieder von Dream Theater gehören zu meinen engsten Freunden. Ich habe zum Beispiel gerade ein paar Shows mit Keyboarder Jordan Rudess hinter mir. Ich mag es also. Aber gut, meine bevorzugte Musikrichtung ist schon eher Indie-Rock."
An seiner Vorliebe für Indie lässt sich beim Blackfield-Sound allerdings nichts erkennen. Auf die Frage, wie er diese Musik bezeichnen würde, weiß er keine richtige Antwort. Er will es von uns wissen, doch auch wir müssen passen. Schließlich beschreibt er knapp:"Das ist das Gleiche wie bei Porcupine Tree. Sehr eigentümlich und einmalig, weder Prog noch Indie-Rock."
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Dass musikalische Unterschiede aber alles andere als hinderlich waren, beweist die Veröffentlichung des zweiten Albums "Blackfield II".
Aviv kommentiert den Erfolg: "Wir sind unglaublich zufrieden! Wir hätten uns nicht träumen lassen, in New York bei Warner zu unterschreiben. Wir dachten erst, es wäre nett, doch erst jetzt wird die ganze Sache zur richtigen Band. Es ist nicht mehr länger ein Projekt von Aviv Geffen oder Steven Wilson. Es geht um eine Band! Wir haben schon mit den Arbeiten zu einem dritten Album begonnen. Erst folgt aber diese Tour, dann eine durch die USA, und schließlich noch einige Festivals. Wir nehmen das alles sehr ernst!"
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